Ausdrucksweisen

Jeder Mensch kommuniziert auf seine eigene Weise. Mitunter muss man sich noch verstellen, auf ein anderes Niveau einstellen, damit andere Menschen, die damit nicht umgehen können oder es verstehen – nicht den Sinn missverstehen.

Ich habe durchaus eine gewisse Neigung, Formulierungen in Sätzen zu verpacken, die verschachtelter nicht sein können. Sowie und ebenso die Neigung, Sätze umzubauen, auf das sie nicht dem normalen Stil entsprechen, Wörter an Stellen zu verwenden, wo sie durchaus und uneigentlich nicht flüssig, quasi überflüssig sind. Und die die Neigung, die nicht jedermann versteht, Ausdrücke einzubauen, die eine gewisse Zweideutigkeit, aber auch Mehrdeutigkeit haben. Im ersten Ansatz, beim  drüberfliegen mit den Augen quasi eine negative Formulierung darstellen, bei genauerem Hinsehen durchaus aber einen positiven Sinn ergeben. Wer hier bei mir öfter liest, der kennt bereits diesen Stil und weiß auch, diesen einzuschätzen.

Es ist keine Frage des Intellekts, den einige mehr oder weniger haben. Manche mehr, die gern und damit auch großkotzig hausieren gehen. Das beste und schönste Beispiel aus dieser Reihe ist ein Satz, der mir in dieser Form niemals, zumindest nicht ohne Drogeneinwirkung von den Lippen gehen würde, geschweige denn über die Finger in diese Seiten fließen: ”Ich hab einen MENSA-reifen IQ.” Und solch ein IQ schwafelt etwas über das InternetZ. Was soll’s – sei’s drum. Man muss nicht mit seinem IQ hausieren gehen, auch nicht, wenn man ein begnadeter Autor ist.

Das merkt der Leser an dem geschriebenen Wort, an den geschriebenen Wörtern und an der Zusammenreihung dieser. Wie man selbst mit nur wenigen Kniffen und ein wenig Dreh am Satzbau, an der Wortzusammensetzung und bei den Satzzeichen den Sinn verdrehen, aber dennoch erhalten kann. Und wie schnell sich Menschen echauffieren, wenn sie den ursprünglichen und wahren Sinn dahinter nicht erkennen, weil eine Formulierung so gewählt wurde, dass eine liebevoll gemeinte Bösartigkeit nicht durchschaut wurde – auch hier ist die Meinung in dem Sinn: Sei’s drum.

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Sich auszudrücken heißt, dies in mehreren Möglichkeiten tun zu können. Und der durchschnittliche Mensch hat dergleichen gleich mehrere Optionen mit Sprache, Schrift, Mimik und Gestik. Der eine ist bewandt in diesem, der nächste in jenem. Zu durchschauen sind sie für das geübte Auge und dergleichen Ohr allesamt – für das geübte, nicht im Durchschnitt. Zwischen den Zeilen zu lesen, einen Sinn zu erkennen, der in dem Sinn der Wörter nicht steht, dass muss man tatsächlich üben.

Ein Komma rettet Leben! Ein Komma, rettet Leben!

Komm wir essen Opa. Komm, wir essen Opa. Na, verdirb dir mal nicht den Magen an dem Gammelfleisch. Komm, wir essen, Opa. Ok, das Gammelfleisch wird nicht selbst zum Hauptgericht. So schlicht kann der Unterschied sein, im sprachlichen wäre es dann dem mundartlichen Ausdruck geschuldet, den gemeinten Sinn tatsächlich auch richtig dar zu bringen. Sie freut sich auch, wenn du nicht anrufst. Na, wie gemein kann eine Frau schon sein, wenn sie den Satz falsch schreibt, der ursprünglich anders lautet. Sie freut sich, auch wenn du nicht anrufst. Viel besser und durchaus netter.

Umgangssprachlich sagt der Mensch: Nett ist der kleine Bruder von Scheiße. Und so ist es auch. Denn falsche Nettigkeit ist schlimmer aus die bösartige, aber gut gemeinte Wahrheit. Ja, dein Hackbraten ist lecker, Mama. Ist ja auch durchaus nett. Klingt zumindest so, solange, bis die Magenverstimmung die Wahrheit erzählt – bei beiden. Da hat dann doch jemand den Opa verarbeitet und nicht gewusst, dass Gammelfleisch bei Menschen nicht unbedingt bekömmlich wirkt.
Morgen, alte Schachtel. Zumindest zwei Personen kennen diesen Satz und wissen, was damit gemeint ist. Oder kann noch jemand den Sinn erraten, auch wenn das Komma irreführend wirkt? Nicht nett, aber durchaus so gemeint.

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Meine Wortspielereien hat sogar ein Mensch erwähnt, dem ich durchaus die Weitsicht zugetraut hätte, Wissen zu nutzen. Ein Mensch, der mit seiner Intelligenz nicht protzen geht, sie dennoch zu nutzen weiß, um sie für offizielle Texte sinnvoll einzusetzen. Wohlwollende, gut durchdachte Texte, für dessen Feinfühligkeit mir eben diese fehlt. Feinfühlig war gestern. Mir steht der Sinn nach Beleidigungen, die keine sind und Beleidigungen, die niemand erkennt. mir steht der Sinn nach verdrehtem Sinn, um den Menschen die sinnvolle Aufgabe zu geben, ihren Verstand zu nutzen, der nicht protzend gepriesen, noch angepriesen sein muss. Genug des Geschwafels für heute Leute. Und das eine Komma wurde bewusst nicht gesetzt …

Aus Berlin wird Bärlin …

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