BlogBattle No. 14 – Gift

Was für die einen giftig ist, ist für die anderen überlebenswichtig. Fangen wir klein an und denken einmal an die Bakterien, die in der Tiefsee an den Vulkanschloten genüsslich die austretenden Gase inhalieren. Doch wehe, die bekommen einmal eine Dosis Sauerstoff. Dann hat es sich mit ihnen ausgewärmt, dann ist Schluss mit lustig. Oder die Bakterien, die in unserem Magen fröhlich herumpaddeln und sich an dem Bad erfreuen, während andere einfach so, mir nichts dir nichts zerfressen werden.

Doch selbst in größerem Maßstab kann man das durchaus betrachten. Während gewisse Vögel genüsslich an der Vogelbeere knabbern, bekommt ein Pferd arge Probleme, sollte es diese verschlucken. Doch Pferde haben einen relativ starken Magen, wir Menschen sind dabei etwas sensibler. So hat sich der eine oder andere schon mal damit vergiftet. Gift ist so eine Sache, die relativ betrachtet werden sollte. Wie gut und böse. Es ist immer nur eine Frage des Standpunktes und vor allem: der Dosis.

Man könnte jetzt die schönsten und bösartigsten Giftmorde der Geschichte ausbreiten, von denen es reichlich gab, sogar und gerade bei großen Persönlichkeiten. Oder das Thema Gift wie im Vorwort naturwissenschaftlich behandeln. Man könnte lamentieren, wie sehr uns die Konzerne mit allem Möglichen vergiften, von genveränderten Lebensmitteln über verseuchte Lebensmittel mit Zusatzstoffen bis hin zu dem Gift, dass die Menschheit in ihrer Masse für die Natur ist. Man könnte argumentieren, wie sehr uns Elektro- und Lichtsmog vergiften. Oder das Gift, dass uns gewisse Religionen in den Verstand träufeln. Oder ganz zurück zu den Ursprüngen, als die gerade auf der Erde erschienenen Pflanzen ein bis dato tödliches Gift in die Atmosphäre strömen ließen: Sauerstoff. Was hat sich die Natur nur dabei gedacht, dass die Pflanzen ein für sie giftiges Gas produzieren? Sei’s drum. Nein, nichts von alledem kommt jetzt.

Das schwarze Gift

Eddy war sich nicht sicher, was er mit seinem Fund anstellen sollte. Auf seiner Ranch breitete sich ein großer, schwarzer Teich aus, die vorher noch nicht da war. Irgendwas musste das Erdbeben der vergangenen Nach an die Oberfläche gedrückt haben. Vorsichtig ging er näher und begutachtete das Dilemma. Seine Weide konnte er anscheinend vergessen. Das Erbe seines Vaters, in einer Nacht war es dahin. Dabei hatte er so lange und hart gearbeitet, um aus der kleinen Farm ein Ranch zu schaffen, ein Vermögen anzuhäufen. Und nun war ein Teil seines Landes, dass er mit allen möglichen Tricks an sich gerissen hatte, dahin. Verseucht mit einem schwarzen Teich. Der außerdem noch bestialisch, richtig ekelhaft stank. Eine verendete Maus, die mit der schwarzen Flüssigkeit in Berührung gekommen ist, lag zudem noch vor seinen Füßen. Das schwarze Zeug, es musste giftig sein.

Zu allem Unglück ist noch eines seiner Rinder, ein staatlicher Zuchtbulle, in dem schwarzen Teich verendet. Eddy ging zurück ins Haus, um ein Gefäß zu holen, in das er etwas von dem Zeug schöpfen konnte. Natürlich unter der Prämisse, dieses dem Apotheker im Ort zur Untersuchung zu geben, schließlich kannte sich dieser am besten mit der Chemie aus. Mit einem Glas in der Hand bewaffnet ging er zurück zu dem Teich, um sich etwas von dem schwarzen Zeug zu holen. Murphys Gesetz war zu dieser Zeit noch nicht gefunden, doch schlug es schon zu. Denn Eddy rutschte auf dem feuchten und beschmierten Gras aus und landete mit dem Gesicht voran in der Brühe. Und weil, wie Murphy viel später sagen sollte, ein Unglück selten allein kommt, nahm Eddy natürlich im Sturzreflex einen ordentlichen Schluck davon.

Zwei Stunden später, Eddy hatte sich gereinigt, gebadet und sich einen ordentlichen Schluck Whisky gegönnt (der ordentliche Schluck war in 2 Flaschen zu finden) kam er beim Apotheker an, mit einem starken Schwindelgefühl, immer noch stinkend, mit Brechreiz und noch einigem mehr, was die Natur dem Menschen an schlechten Zuständen zu bieten hat. Und just in dem Moment, als er dem Apotheker erklären wollte, was sich in dem Glas befand, fiel er auch schon um und biss ins Gras, das nicht einmal ihm gehörte. Der Apotheker untersuchte trotzdem das schwarze Gift und mit Hilfe eines Bekannten an einem renommierten College fanden sie heraus, dass es sich dabei um Rohöl handelte. In dem Wissen, dass dieser Rohstoff wertvoll sein könnte, kauften sie das nun herrenlose Land von Eddy auf und verkauften das austretende Öl einer Ölgesellschaft in Connecticut.

Jahrzehnte später – das Ölgeschäft war gewaltig im Boom, sollte dieser Rohstoff eine weitere giftige Eigenschaft verbreiten. Mit einer Effizienz träufelte es die Gier in die Herzen der Menschen, die im anschließenden Jahrtausend ihren Höhepunkt erreichen sollte. Das schwarze Gold ist zum schwarzen Gift geworden.

 

Teilnehmer:
1. Schakal mit seinen Gedankenwelten
2. Ichigo Komori mit ihrem “The music box of a morbig wonderland”
3. Das Wetterschaf mit Schafen, Wetter und so
4. Der DychterFyrst – mit seiner Buchstabensuppe < setzt auf unbestimmte Zeit aus
5. Sebastian vom Pal-Blog
6. Mary von indubioprorea
7. Chelsea mit ihren vielen Dingen
8. Justine von Justine
9. und selbstbrüllend Ich, the Lord himself

 

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15 Responses to BlogBattle No. 14 – Gift

  1. Blöder Streber :P
    Du du deine 1en ;)

    • Dark Lord sagt:

      Du musst mir keine 1 geben, ich bin eh mittelmäßig veranlagt und gebe mich auch mit einer 1- zufrieden, ähm, oder 2 ;) Wobei ich dieses Mal eher auf noch fiesere Noten gewartet habe …

  2. Schakal sagt:

    Klasse Beitrag – besonders der zweite Abschnitt. 1 :)

    Meine anderen Bewertungen:
    Schaf: 2
    PAL: 1+
    Ichigo: 2+
    Mary: 1+
    Justine: 3
    Chelsea: ?

  3. allmählich habe ich das Gefühl, dass du Kurzgeschichten für dich entdeckt hast :D

    schön geschrieben! Note: 1

  4. Meine Bewertungen:
    Schakal: 2
    Ichi: 2
    Schafi: 3
    PAL: 1
    Mary: 1
    Lord: 1
    Chelsea: ?

  5. Wetterschaf sagt:

    Jetzt habe ich doch, die ganzen anderen Beiträge gelesen, bevor ich was, zu deinem Text schrieb. Schande über mein Haupt, aber ich erinner mich an einige kleine Fehler ;)

    Du: 2
    Schakal: 1
    Ichigo: 2
    PAL: 2+
    Mary: 2+
    Chelsea: ?
    Jü: 2+

  6. Mary sagt:

    Da haben sich aber einige Fehler eingeschlichen, ansonsten super Story :)

    Schakal: 1
    Ichigo: 2
    Wetterschaf: 2
    PAL: 1
    Chelsea: ?
    Justine: 2-
    Du: 2

  7. Sebastian sagt:

    Ich muss zugeben, dass mir die Einleitung weniger gefällt als die vorhersehbare Geschichte mit komischem Ende (vom “Nachwort” einmal abgesehen). Wo ist die Überraschung, die Dramaturgie, die unerwartete Wendung?

    Schakal: 1-
    Ichi: 2
    Schaf: 2+
    Mary: 3+
    Chelsea: 1-
    Justine: 2
    C&A: 2-

  8. Grundsolide, hat eine 1 verdient.

    Meine anderen Wertungen:

    Schakal 1-
    Ichi 2
    Pal 1+
    Mary 2+
    Justine 2
    Schaf 2+