mediale Schlechtigkeiten

Nunja, wenn man sich die Medien so anschaut, sei es die lizensierte Presse oder die freien Blogger oder die Leute, die sich dafür halten, dann ist das nun langsam beginnende Sommerloch schon gestopft mit langweiligen Meldungen des Alltags, die unterbrochen sind von ein paar Spitzfindigkeiten, die sich auch durchaus lesen lassen.

Nur Gejammer, nur Genörgel, jeder ist mit allem unzufrieden – und nur ich, so kommt es mir zumindest vor, sitze in meinem Nest und fröne statt nach Aufmerksamkeit zu heischen meiner Melancholie – ein Wort, dass mich bis zum nächsten Sonntag verfolgen wird. Der zündende Funke fehlt. Den haben dafür anderen in ihren Nörgelschriften. Gut, ich bin auch ein ewig Nörgelnder, aber sogar ich hab davon mal die Schnauze voll und wenn ich in mein bevorzugtes Newsportal schiele, schiele ich doch wieder schnell weg.

Auch wenn es keine Hummel interessiert, welche Butterblume grade wo blüht – quatsch, nein, von vorn. Ob nun Flintenuschi die Restbestände der netten Platikgewehre an die Kurden verschenkt oder verscherbelt – oder die sitzende und aussitzende Vorsitzende auf ihrem Handy sitzt und hofft, dass der strippengelenkte Strippenlenker aus Übersee aus Langeweile mal anruft, um eine neue Sitzung anzusetzen. Also ehrlich, mittlerweile wäre ich lieber bei Hummel und der Butterblume. Einen Moment raus aus dem “schlechte Nachrichtenstrom” und rein in die “Friede-Freude-Eierkuchen-Welt”. Wird Zeit, dass ich mal wieder Schlager höre – obwohl – nein, so schlecht ist das Schlechte nun auch wieder nicht.

Der Mensch verlangt nach Aufregung, das Schlechte, damit der Tag nicht so eintönig gut wird. Schlechte Nachrichten machen Kasse. Das lernt jeder “gute” Jounalist, abgesehen vom Grundsatz Sex sells. Also hat man als Konsument die Wahl zwischen den schlechten Nachrichten oder den Anfangsbildern für das aufgeilende Kopfkino. Nur was ist, wenn man gar nicht zwischen diesen beiden Alternativen entscheiden möchte, sondern auch mal nur ein Fünktchen irgendwas Gutes zu lesen, sehen oder hören anstrebt?

fette elbe ... kleinKein Weg raus aus der Spirale der Nörgelei. Kein Wunder also, wenn man selbst zur Nörgeltrine langsam verkommt. Da bleibt nur die Flucht nach vorn, raus aus der Welt und rein in die imaginäre, gedachte Dimension der schwarzbunten Blümchen. Mit niedlichen kleinen fetten, flügellahmen und furzenden Elfen. Lassen wir die Phantasie ein wenig spielen mit der Melancholie, runden das ganze ab mit gothischer Musik und einem Blick in irgendein Spiel, dass nicht den Kampf “Gut gegen Böse” beinhaltet. Was an sich ja schon schwer genug ist.

Oder man schreibt irgendwelchen Stuss in überdimensionierten Schachtelsätzen, dass eventuelle Leser nicht mehr wissen, was nun gemeint war und was nicht und würzt das mit ein paar Wortspielereien als kleinen Taschen-Zaubertrick. Den theoretisch jeder Trottel von der Gosse beherrschen könnte, wenn er .. Oh, da kommt schon wieder das Nörgel-Gen durch. Dabei sollte es doch heute ausnahmsweise mal im Schrank bleiben, in der untersten Schublade, zwischen all den anderen Schlechtigkeiten und Bosheiten, die das Leben so zu bieten hat. Es geht einfach nicht ohne, oder?

Aber jetzt auf Gedeih und Verderb in die Friede-Freude-Eierkuchen-Schiene rutschen will man schließlich ja auch nicht. Eine Zwickmühle, verdammt. Nein, das guckt man lieber doch ganz prophylaktisch in die eigene Sammlung und entdeckt das Wunderwerk, die unvollendete Neufassung der Bibel, ganz blasphemisch und erfreut sich an dem, was schon vor Monaten, Jahren für ein gutes Kopfkino gesorgt hat. Und noch nicht einmal selbst verfasst ist, aber dafür ist ein Schmunzeln inklusive:

Die Bibel, “neu verföhnt”

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4 Responses to mediale Schlechtigkeiten

  1. Ich liebe diese verdammten Zwickmühlen!

  2. Schakal sagt:

    Wie ging dieser eine komische Schlager noch? Ich lasse mir das meckern nicht verbieten. Oder so ähnlich. :)