Mediales Spektakulum

Medien, Menschen, Medien, Konsumenten, Gegner, Gegner der Gegner, andere Gegner, andere Themen – Medien, Politik und so weiter und so fort. Ein ewiges Spiel, ein Zirkus, ein Spektakel. Etwas das nie endet und wenige Nutznießer zulässt.

Während die Hälfte der normalen Massenmedien, so wie wir sie kennen, sich nicht blöd vorkommen und ein Unglück nach dem anderen zu thematisieren, natürlich in Verbindung mit einer schönen Feierlichkeit im Rahmen einer Preisverleihung, mosert die andere Hälfte eben über die Ausschlachtung des Unglücks. Die einen feiern über den Aufmachen des Unglücks, die anderen feiern über den Aufmacher gegen den Aufmacher der einen. Verwirrendes Spielchen. In der Zwischenzeit, während die ganze Bevölkerung von dem Spektakulum abgelenkt ist, feiert der Bundestag die Durchsetzung des nächsten umstrittenen Themas.

Was soll’s? Der Bürger hat genug mit den Kontroversen um Flugzeugabsturz, mediale Ausschlachtung, pro und kontra zu tun, seine ganze Aufmerksamkeit ist auf dieses Spektakulum gelenkt. Die, die sich nicht für diese Seite interessieren, feiern dafür die erneute Krönung eines Stars – Friede-Freude-Eierkuchen-Musik lässt eben die negativen Gedanken verblassen, bringt Party-Stimmung für das nächste wochenendliche Besäufnis. Und während pro und kontra über die Medien diskutiert wird, wird auf der anderen Seite pro und kontra über das Ergebnis der Preisverleihung diskutiert. Schließlich braucht der Mensch doch etwas, um ein Gesprächsthema zu haben. Als wenn das Leben an sich nicht schon genug Gesprächsthema ist. Aber nein, das Gesprächsthema muss ein Gesicht haben, woran man sich festklammern kann, dass man bejubeln kann oder auch hassen.

Und wen das alles nicht interessiert, der hat immerhin noch genug zu tun mit dem Stinkefinger eines Griechen. Man Leute, tagtäglich zeigt jeder Hinz und Kunz irgendwem einen Stinkefinger – meint ihr, das interessiert irgend jemand? Es sei denn, ein Ordnungshüter ist davon betroffen, dann hat der Staat zumindest etwas mehr in der Tasche, um es in sinnlosen Krediten in die Welt zu schmeißen.

Ob das ganze nun Sinn macht oder nicht, das mediale Spektakulum hat sein Ziel erreicht. Wie immer sind Otto Normal und Käthe Einfach von den tatsächlichen Problemen abgelenkt und können das sinnlose Leben in einer sinnlosen Kontroverse genießen. Die Bosse der Medienkonzerne freuen sich derweil ebenfalls, haben sie wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit. Und wer sich nicht dieser Aufmerksamkeit widmet, hat genug zu tun, darüber zu meckern, dass die die Leute ihre Aufmerksamkeit sinnlosen Themen der Medien widmen.

Hat irgendjemand  schon einmal darüber nachgedacht, dass man seine Zeit auch sinnvoller und sinnloser verplempern kann? Statt sich darüber aufzuregen, was da publiziert wird, in welchem Umfang und mit welchem Ergebnis, wer nun Schuld oder nicht Schuld an etwas ist – könnte man sich ja mal Gedanken um die Zukunft machen. Nicht im medialen Maßstab. Was könnte anders sein, damit es besser wird? Welche Hintergründe gibt es tatsächlich hinter den Hintergründen, die vordergründig als Hintergrund getarnt sind?

O sancta simplicitas! – O heilige Einfalt! Herr, lass Hirn regnen – aber nein, es regnet nur Dummheit. Und sogar die intelligenten probieren davon und kommen sich dabei so schlau vor. Es gibt kein Morgen für die Menschheit, wenn es so weitergeht. Nicht einmal eine angenehme Nachtruhe. Nur Chaos, wo Ordnung herrschen sollte. Amen.

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2 Responses to Mediales Spektakulum

  1. Sich aufregen oder es lassen … Eine gute Frage …
    Ich versuche mich nicht über solche Dinge aufzuregen und trotzdem kommt es ab und an mal vor …
    Das macht mich weder stolz noch ist es mir peinlich – gut finde ich es aber auch nicht. Wie die meisten Menschen die glauben zumindest nicht komplett dumm zu sein, mache ich es mir meist komplizierter als es eigentlich ist.
    Ich hoffe das hat einen Sinn für dich ergeben.

    • Dark Lord sagt:

      Ich gehöre auch zu denen, die sich gern aufregen, das ist ja das Schlimme. Man kann es eben nicht immer lassen. Aber man sollte dabei gelegentlich über den Tellerrand hinaussehen … Ich glaube, dass war meine gedachte Message, die Nachricht darin …