Selbstmord – Verselbstmorded

Selbstmord – Täter ist flüchtig. Die Ironie in diesem Satz, die Spitzfindigkeit des Witzes ist gar nicht einmal so absurd, wie sich manch einer vorstellen mag. Eine beliebte, wenn auch unwürdige Masche ist es, Gegner auf diese Art und Weise kalt zu stellen, ohne dass eine mögliche rechtsstaatliche Untersuchung notwendig wird. Selbstmord – Akte geschlossen. Keine Ermittlung notwendig. Denn eine Ermittlung würde dann doch Fakten ans Licht bringen, die lieber im Dunkeln bleiben sollten.

Vorbei die Zeiten des Giftmordes, der klassischen Ermordung durch Erschießen. Heimtückisch ist alles, doch der provozierte Selbstmord wie auch der vorgetäuschte sind eine Art und Weise, die hinterhältiger nicht sein kann. Ein mittlerweile beliebtes Mittel, um sich Mitwisser oder Querulanten zu entledigen. Doch bei all der Cleverness, der sich wer auch immer bei dieser Entsorgung bedient, Fehler werden immer wieder gemacht.

Und das gerade Personen sich in einen Selbstmord stürzen, die eine wichtige Funktion haben oder prekäres Wissen wissen, ist Öl in die Mühlen der schnell deklarierten Verschwörungstheoretiker. Eine beliebte Masche, um Zweifel von vornherein abzuwehren. Doch Unstimmigkeiten sind und bleiben was sie sind – eben Unstimmigkeiten. Und widerlegbare Beweise verdienen diese Bezeichnung eben nicht mehr. Die Masche, einen “Selbstmörder” bzw. Verselbstmordeten als psychisch labil hinzustellen oder auch als depressiv, mag in der heutigen Zeit, in der jeder Fünfte an einer psychischen Erkrankung leidet, durchaus erklärbar sein. Allerdings sind psychische Erkrankungen durchaus erkennbar, gerade für die engste Familie und enge Freunde. Und wenn diese vehement bestreiten, dass der Verselbstmordete je depressiv war oder auch keine anderen Anzeichen für einen Selbstmord an den Tag legte, dann ist schon eine gewissen Unglaubwürdigkeit an der These des Selbstmordes gegeben.

Selbstmord ist an sich keine Lösung. Und schon gerade nicht, wenn Intrigen an das Tageslicht gebracht werden, die besser verbuddelt bleiben sollten. Und gerade dann ist allein schon durch diesen Umstand die Selbstmordthese ad absurdum geführt – von sich aus. Vor allem die Art des Selbstmordes. Welcher Selbstmörder nutzt schon eine Schrotflinte? Viel zu umständlich, viel zu viel laut, viel zu viel Schmerz. Und man möchte den Selbstmörder sehen, der sich selbst einen Genickschuss aufsetzt …

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Und schon mal vorneweg, um jemals sämtliche Spekulationen um mein zukünftiges Ableben auszuräumen: Ich werde definitiv niemals Selbstmord begehen. Wenn ich jemals irgendwo aufgehängt sein sollte, dann bestimmt nicht durch meine eigene Hand. Dazu habe ich viel zu viel Achtung vor dem Leben und Angst. Keine Angst vor dem Tod an sich, aber Angst vorm Sterben. Das nennt man Überlebenswille. Und den hat schließlich jeder Mensch, das ist ein Instinkt.

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