Göttlich, episch und untergegangen

Wo sind sie, die grossen Gesichter unserer Zeit? Wo sind sie, die begnadeten Künstler, die epische und epochale Kunst hinterlassen, ein Vermächtnis für die Menschheit? Im letzten Jahrhundert gab es noch einige wenige, man mag an Carl Orff denken, der mit der carmina burana ein ebensolches Werk hinterlassen hat. Oft genutzt und gern wiedergegeben von den Orchestern und Chören der Welt, Verwendung gefunden in vielen Filmen.
Es gibt sogar einige begnadete Schriftsteller und Philosophen, doch da fällt die Suche schon schwerer. Oder sie gehen unter in dem Informationschaos der heutigem Zeit, in der Flut von Nichtigkeiten und Halbwahrheiten. Versteckt zwischen Bestsellern von Eintagsfliegen, die mal einen guten Wurf gehabt haben oder hoch gelobt wurden und dann wie eine heisse Kartoffel fallen gelassen. Verschwunden im Irgendwo, vergessen oder als Staubfänger dienstbar gemacht.

Das mediale Überangebot vernichtet die grossen Geister, unterdrückt sie und lässt sie bedeutungslos erscheinen. Es leben die Moderne. Doch wer in ihr lebt, verkommt zu einer Fußnote, bekommt ein “unter ferner liefen”.

Welches epochale Werk hat die Neuzeit der letzten Jahrzehnte hervorgebracht? Welches verkannte Genie wurde in die Bedeutungslosigkeit verdammt? Durchaus berechtigte Fragen, die zu stellen es sich lohnt. Und einen Blick zu werfen, hinter den Glimmer und sich nicht davon blenden lassen. Blender und Großmäuler haben wir zu häufig und leider stehen sie da, wo sie nicht hingehören.

Und in all dem Wirrwarr irren die Menschen auf der suche nach ihren Göttern, nach Idolen, denen sie nachäffen können und verkommen doch nur zu einer Zahl auf dem Papier. Auf der liste der potentiellen Konsumenten und Geldbringer.

Zwischendurch und immer wieder gern ziehen Autoren von Romanen und Drehbüchern die sogenannten Fans durch den Kakao. Doch statt sich ein wenig in der dargestellten Figur wiederzufinden, suhlen sich die Fans in dem Misthaufen, den sie selbst darstellen. Denken und zwischen den Zeilen zu lesen ist eine Kunst, die nicht mehr, nein, zu wenig praktiziert wird. Meist von irgendwelchen Pseudointelektuellen, die zwar das Universum erklären können, ein Gedicht in etlichen sprachen rezitieren und dennoch auf ganzer Linie versagen, wenn es um die banalen Dinge des Lebens geht.

Falsche Götter, falschen Götzen – Das sind sie, unsere Helden. Auf der suche nach Unsterblichkeit in der Geschichte der Menschheit und schaffen es doch nicht einmal zur Fussnote in den Geschichtsbüchern. Menschen, die man öffentlich zerfetzen kann, über die gesprochen wird, doch ohne Inhalt, ohne Sinn. Aber, es wird über sie gesprochen. Toll.

Wo sind sie, die grossen Charaktere unserer Zeit, die mit Ausstrahlung und Charisma auftrumpfen können? Auf der suche nach Göttlichkeit verloren gegangen im grossen Spiel der oberflächlichen Anerkennung durch die Gesellschaft. Wirkliche Ausstrahlung haben nur noch wenige. Doch verwechsle man bitte nicht zwischen Ausstrahlung und verstrahlt sein. Beide Wörter haben zwar den gleichen Stamm, aber unterschiedliche Aussagen.

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