Parteien, Mitglieder und “befähigte” (?) Regierung

Wie kann es sein, dass nur ein geringer Bruchteil der Bürger dieses Landes in Parteien organisiert sind und diese doch den absoluten Machtfaktor im “Staate” stellen? Wie können nur 1,3 Millionen Einwohner entscheiden, wer die gesamten 80 Millionen Einwohner regiert? Denn die Kandidaten werden immer noch von den Parteien aufgestellt, nach Sympathie oder Zutrauen entschieden.

SPD: 473662 Mitglieder (Dezember 2013)
CDU: 468329 Mitglieder (Dezember 2013)
CSU: 147965 Mitglieder (Dezember 2012)
FDP: 58000 Mitglieder (Mai 2014)
Die GRÜNEN: 60003 Mitglieder (Februar 2013)
Die Linke: 63761 Mitglieder (Dezember 2012)
Piraten: 24438 Mitglieder (Januar 2015)
Die Partei: 12350 Mitglieder (April 2014)
AfD: 17552 Mitglieder (Februar 2014)
Gesamt: 1326060

(Quelle: Wikipedia)

Dabei hat der Großteil der regierenden Politiker studiert, meist Jura oder etwas Wirtschaftliches. Wie hieß es noch so lustig von Volker Pispers: “Wer sonst nichts kann, studiert BWL” (nicht wortwörtlich). Aber befähigt es dann auch diese Personen, über Wohl und Wehe der Einwohner zu entscheiden? Wie kann eine Ministerin, die diesmal nicht namentlich benannt wird wird, erst Ministerin für Soziales sein, um nachher die Ressorts Familie, Gesundheit, Arbeit und Soziales und schließlich Verteidigung zu leiten? Hat diese Frau jemals gedient in der “Armee Bundeswehr”, hat sie Erfahrung in Sachen Kriege, militärischer Operationen und militärischer Führung? Wohl kaum. Und mit ihrem Wissensschatz aus den vorherigen Ministerien kann sie in dem aktuellen Ressort nichts anfangen, außer die “Truppe” zu verweichlichen, womöglich noch mit Kindergärten an der Front. Und dabei wurde schon anno 1998 gestöhnt in der Truppe, als ein gewisser Scharping, ebenfalls ungedient, die Führung der Bundeswehr übernommen hatte.

Sollte einmal das Volk befragt werden, ob diese Frau, aufgestellt von quasi knapp 500.000 Deutschen, befähigt ist, ein solches Ressort zu leiten? Geschweige denn von der Frau an der Macht, der Kanzlerin. Auch wenn wahrscheinlich mittlerweile bei einigen CDU-Mitgliedern Bedenken ob ihrer Entscheidung auftreten mögen, so ist doch diese Form der Demokratie nicht wirklich sinnvoll.

Mal ehrlich, da wären wir doch mit einem König an der Spitze besser dran, der wenigstens noch selbst entscheiden kann, wen er von seinen Generälen für befähigt hält, eine Armee zu führen. Denn selbst die 80 Millionen Einwohner, oder besser gesagt, die 64,4 Millionen Wahlberechtigten werden ebenfalls nicht sinnvoll entscheiden können, ob jemand, der gewählt werden soll, für einen Posten befähigt ist. Eine Demokratie in der heutigen Form – Bürger wählen Parteien, Parteien wählen Kandidaten, Kandidaten wählen Regierung – kann nur sinnvoll sein, wenn die Posten der Regierung mit Personen besetzt werden, die dafür das nötige Knowhow haben – das wir getrost der derzeitigen Regierung absprechen können.

Vor einiger Zeit gab es auf diesem Blog schon einmal Gedanken darüber, in anderer Form. Der Kommentator Schakal antwortete mal auf den Beitrag vom 03.09.2014 mit den Worten: “Gute Ideen. Eine ebenfalls gute Idee ist es, generell Berufspolitiker zu “verbieten”. 2 Jahre Politik, 2 Jahre Auszeit und was anderes machen.” Es war nicht seine Idee, aber immerhin die Beste. Vernünftig wäre es schon, wenn die Regierung keine Macht in dem Sinne des heutigen Zustandes hätte. Und optimalerweise von einem unabhängigen Gremium kontrolliert würde. Ja, das sind schon sehr utopische Wünsche, die wohl nie realisiert werden würden. Denn solange Menschen Macht bekommen, werden sie diese genießen und auch behalten wollen.

“Macht korrumpiert. Absolute Macht
korrumpiert absolut.“
(John Emerich Edward Dalberg-Acton, 1834 – 1902)
- aus der Zitate – Sammlung -

 

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5 Responses to Parteien, Mitglieder und “befähigte” (?) Regierung

  1. Maxx sagt:

    Seh ich ja auch so. Die eigentlichen Machtzirkel sind auch erstaunlich klein und bestehen meist nur aus einer Handvoll Akteure aus den führenden Parteigremien, die höchstens untereinander um Einfluss konkurrieren und ständig in den Medien präsent sind – und dann ist es wiederum auch naheliegend, dass so ein paar Hanseln auch leicht fremdbeeinflusst und gesteuert werden können. Nach ein paar Jahren sind die dem Berufsleben (wenn sie denn je gearbeitet haben) und dem einfachen Volk entfremdet, die können dann nur noch Berufspolitiker bleiben. Da gibts Einflüsterer und graue Eminenzen aus der Wirtschafts- und Finanzwelt, den großen Bruder nicht zu vergessen… Wem fühlt sich ein Politiker, sagen wir mal er ist Jurist (und von mäßigem Verstande), denn verpflichtet? Seinen Wählern? Lachhaft….
    Vor wem müssen die sich verantworten? Ein Großteil der parlementarischen Politik ist nur Kulissenschieberei, Blendwerk, fauler Zauber, um zu kaschieren, in wessen Händen die echte Macht liegt. Und innerhalb der Parteimitglieder ist der überwiegende Teil passiv, die haben nichts zu sagen in ihren Ortsgruppen, die aktivsten dürfen noch Plakate kleben, die anderen sind auch nur Karteileichen, die aus Gewohnheit oder Nostalgie drinbleiben.
    Mit einem gütigen, weisen und fähigen Kaiser wären wir vermutlich sogar besser dran, wobei ich mir der Provokation dieser Bemerkung wohl bewusst bin. Sei’s drum. ;-)

    • Dark Lord sagt:

      Gütigen und weisen Kaiser, das sind 2 Unmöglichkeiten in einem Satz ;) Wenn man bedenkt, dass die Blutlinien aller Herrschaftshäuser irgendwie sich immer kreuzen und dann daran denkt, dass die alte Schachtel in London immer noch Einfluss auf die halbe Welt hat …

  2. LePenseur sagt:

    Your Darkness,

    Darf ich ihre geneigte Aufmerksamkeit auf zwei inzwischen »gut abgelegene« Buchrezensionen auf meinem Blog lenken:

    http://lepenseur-lepenseur.blogspot.ca/2010/11/die-kleptokraten.html
    und
    http://lepenseur-lepenseur.blogspot.ca/2012/11/brockelnde-mythen.html

    Beide sind sie mittlerweile Jahre alt. Geändert hat sich seither höchstens was zum Schlechteren (wenn das noch möglich war). Als Jurist und alter Bildungsbürger neige ich an sich nicht zu anarchistischen Verblasenheiten — aber wenn ich mir das derzeitige Geflecht von abgefeimten Politkriminellen und hochgedienten Parteivollidioten so ansehe, dann verstehe ich, warum mancher nach der Laterne ruft. Nicht des Lichtes, sondern des Hängens wegen …

    • Dark Lord sagt:

      Na aber Hallo, sie dürfen, ehrwürdiger alter Bildungsbürger. Auch ich habe schon vor Jahren über dieses Thema gepöbelt, nur ist davon nichts mehr erhalten geblieben – und das als Jungspund von knapp 18. Schade aber auch, es wäre durchaus mal interessant zu vergleichen. Die Bücher hab ich mir erst einmal ins Wunschkörbchen gelegt, doch da ich mich selber eh schon mit den Themen befasse und den Wahnsinn dahinter sehe, glaube ich kaum, dass diese noch all zu nötig sind. Mal schauen, demnächst, bald … Aber danke für den Hinweis!

  3. Schakal sagt:

    Dann stimmen die Zahlen also, die mir ein anderer befreundeter Gruftie mal genannt hat. Ich hätte nicht gedacht, dass es wirklich so wenige sind, die noch in Parteien organisiert sind. Allerdings wundert es mich überhaupt nicht. Wenn man alleine sieht, wie auf Bundesebene die eigene Meinung dem Fraktionszwang untergeordnet werdne muss. Von wegen man ist als Abgeordneter nur seinem Gewissen verpflichtet. Auch das von dir angesprochene Postengewechsel von Uschi und vielen anderen vorher geht gar nicht. Hier herrscht wahrer Fachkräftemangel….