Wettergejammer

Diese Zeilen richten sich an all diejenigen, die stets und ständig über das Wetter mosern, sich ständig darüber beschweren müssen.

Ob es einem gefällt oder nicht: im Winter fällt im optimalsten Fall Schnee. Das ist auch gut so, weil wegen Baum. Und das sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn eine Schneedecke ist auch gleichzeitig Schutz, auch für die Bäume. Wer anno dazumal in Biologie aufgepasst hat und nicht nur Liebesbriefe mit der Banknachbarin getauscht hat, weiß sowas. Gut, Schnee gibt es meist nur noch in gewissen Höhenlagen oder Breitengraden, die dazugehörigen Minustemperaturen – auf die wartet man meist vergeblich. Jaja, der Winter ist auch nicht mehr das, was er mal war. So ticken gleich alle aus, weil mal drei Flocken fallen, das Chaos bricht aus. Herrje, was sollen unsere Großeltern sagen, die noch mit Pferdekarren durch meter tiefen Schnee gezogen sind? Und ein zugefrorener Fluss war mal Standard, heute eine Sehenswürdigkeit. Was bringt uns unser Fortschritt, wenn wir  bei den ersten einstelligen Minustemperaturen zusammenbrechen? Und damit auch das gesellschaftliche Leben.

Zu einem ordentlichen Frühling gehört der gelegentliche Schnee ebenso dazu wie ein ordentlicher Regenguss, Sturm und Nebel. Das war schon immer so, ist so und wird auch – zumindest in absehbarer Zeit – so bleiben. Wer das nicht ab kann, sollte gefälligst mal nach Irgendwo auswandern, wo die Sonne immer scheint. Und darf sich gern auch von giftigen Tierchen beißen lassen. So hat das Gejammer wenigstens ein Ende. Aber kaum ist es mal einen ordentlichen Sturm, ist fast schon der Weltuntergang heran. Die Schlagzeilen der großen Tagesblätter übertrumpfen sich gegenseitig in prophetischen Vorhersagen und bejammern ausführlichst jeden abgebrochenen Zweig. Zur Erklärung:

Wind

Quelle siehe Bild

Um es anders zu sagen: Sturm ist, wenn man nicht mehr gegen den Wind ankommt auf dem Weg zur Arbeit. Sturmflut ist, wenn man mit dem Kanu von zu Hause zur Arbeit paddeln kann.

Und so nebenbei angemerkt, dass im Sommer warme Temperaturen herrschen, ist eigentlich normal. Dass dann auch im Optimalfall die Sonne scheint – man mag es kaum glauben – ebenfalls. Dass es mitunter auch richtig heiß werden kann, ist für die einen ein erwünschter Nebeneffekt. Für die Kinder ja nicht mehr, die sitzen eh lieber zu Hause, bei kühler Cola und einem Schlachtzug im Online-Rollenspiel. Draußen toben war gestern, das ist ja sowas von out.  Da geht man doch lieber ins Sonnenstudio, und zwar im Winter. Natürliche Bräune ist ja ebenfalls out. Sowas trägt Mann/Frau von Welt nicht mehr. Im übrigen sorgt ein Sommergewitter für die Reinigung der Luft und für eine nette Abkühlung. Und die Entladung der Atmosphäre. Und tut allem lebenden Gedöns sehr gut. Versucht doch einmal, die Schönheit eines Gewitters zu betrachten und nicht vor Angst zu schloddern, weil es zwischendurch mal kracht. Da sind manche Nachbarn lauter, in ihrem tagtäglichen Streit um die Herrschaft.

Und last but not least, um den Kreislauf zu schließen: Im Herbst wird es kälter. Kein Wunder, das ist nämlich die Jahreszeit zwischen dem heißen Sommer und dem kalten Winter. Und den gelegentlichen Regen und die paar Stürme (siehe oben) kann man auch mal gut zu Hause nutzen, um die Zeit vor einem Spiel zu verbringen, was man ja eh schon das ganze Jahr über macht. Damit man nicht aus der Übung kommt, schließlich verbringt man ja auch den Winter im Loch. Und die bunten Blätter, die sind doch echt toll um Nachbarn zu ärgern. Kurzerhand einen Laubhaufen vor dessen Auto oder noch besser, Tür gekehrt, das lässt doch jeden einschlafenden Nachbarschaftsstreit zum Leben erwachen. Man muss schon das Wetter nur zu nutzen wissen und die Gegebenheiten, die es so mit sich bringt. Nur ein wenig kreativ sein. Oder?

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