Alles psychosomatisch – kommentiert!

Irgendwie fällt in letzter Zeit immer mehr auf, dass der Anteil der psychologisch betreuten Menschen tendenziell und unaufhörlich steigt. Gut, unsere kapitalistische, marktkonforme und soziale Demokratie, nennen wir es kurz Kapitalismus, ist nicht wirklich darauf ausgelegt, den Menschen ein warmes Zuhause voller sozialer Emphatie zu geben. Und im Grunde muss sich jeder selbst durchboxen, so gut es geht.

Zumindest sind wir aber in der Entscheidung frei, was und wie wir etwas aus unserem Leben machen wollen und teilweise auch, wie wir das Leben leben wollen. Aber – dank unserer medialen Überpräsenz und der darin gezeigten optimalen Lebensweise kann sich Otto Normal oder Lilly Einfach das Leben nicht mehr so vorstellen, wie es eigentlich laufen könnte oder wie es persönlich am Besten wäre und ist so dermaßen damit überfordert, den Ansprüchen der übrigen Gesellschaft zu genügen, ohne auf das eigene Wohl, den eigenen Gusto einzugehen.

Das wäre zumindest ein kleiner Erklärungsversuch, warum in dieser hektischen Zeit immer mehr Problemfälle therapeutische Hilfe benötigen, wo es im Grunde einfach ausreichen würde, das eigene Leben und was man selbst will – einmal kurz und bündig zu überdenken. Gut, nicht jeder ist in sich selbst derart gefestigt, um den Wandel vollziehen zu können und mit den Konsequenzen, die daraus definitiv folgen, ebenfalls umgehen zu könen. Aber ein Versuch, erst einmal ohne Hilfe der selbsternannten Profis in Sachen eigenes Leben und Denken auszukommen, sollte es doch allemal wert sein.

Lebt man sein Leben wie man will oder wie es erwartet wird? Denn an dem Druck der Erwartungen zerbrechen die Meisten. Die gesellschaftlichen Anforderungen sind enorm und der autorisierte Psychosomath namens Therapeut freut sich selbstpalavernd über volle Kassen. Kein Wunder, dass die Krankenkassen überlastet sind. Vielleicht sollte man, wenn man mit der Gesellschaft nicht zurecht kommt, seine Konsequenzen daraus ziehen? Man ist ja schließlich immer noch ein Individuum, ein Mensch. Und muss sich in gewissem Grade der Gesellschaft beugen – aber, und das übersehen die meisten, nicht in allem.

Lebe dein Leben wie du willst und nicht wie es von dir erwartet wird.

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Kommentare erwünscht – Kommentare gesucht?

Zugegeben, als Blogger freut man sich tierisch über abgegebene sinnvolle Kommentare – sogar über Kommentare, die einfach nur so abgegeben wurden, um auf sich selbst aufmerksam zu machen – kurzum, über alle Kommentare, die kein Spam sind in Hinsicht auf verkaufsorientierte Werbung.

Aber mal ehrlich. Sind solche Maßnahmen, wie ein Kommentar-Marathon unter Bloggern oder Kommentar-Wettbewerb oder oder oder wirklich eine sinnvolle Masche? Dann bekommt man zwar massig Kommentare, aber seien wir mal ehrlich, ehrlich ist davon keiner. Sinnvoll oder nicht – ein Kommentar aufgrund eines Events zu bekommen ist wie Stimmen kaufen für eine Wahl. Oder ein Kommentar abzugeben um sein Blog bekannter zu machen.

Wenn ein Blog gut ist, dann kommen die Kommentatoren von allein. Nehmen wir einmal den Postillon als Beispiel, da hat sich eine regelrechte Community aus Kommentatoren gebildet, die sich einen Spaß daraus macht, die sinnlosen Postings mit sinnlosen Kommentaren zu überhäufen. Aber da macht es sogar Spaß, die Kommentare zu lesen weil – der Spaßfaktor enorm ist.

Ich persönlich nehme Kommentare gern entgegen. Ich werde mich aber hüten vor der Masche, mit irgendwelchen Events Kommentare “erzwingen” zu wollen. Wer will, der kann. Wer nicht will – auch gut. Mit beiden Einstellungen ist sehr gut zu leben – wenn man wie ich nicht danach aus ist, Mittelpunkt des Lebens Anderer zu sein. Mag etwas übertrieben ausgedrückt sein. Aber es ist nicht der Sinn dieses Blogs, eine Unterhaltungsplattform zu sein, dafür gibt es genug Social-Media-Communities. Wenn sich nun aber aufgrund eines kontroversen Gedankenanstosses meinerseits eine hitzige Diskussion via Kommentare entwickelt – warum nicht? Es ist die eine Sache, die uns Menschen unter anderem auch zu dem macht, was wir sind: Kommunikation. Und wenn jemand mit meinen Gedankengängen nicht einverstanden ist, diese teilt oder jene hinterfragen möchte, dann bitte. Immer ran an den Speck. Käse!

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