Ein Danke wäre mal angebracht

Und zwar für diejenigen, deren Dienste wir Otto-Normalverbraucher so selbstverständlich in Anspruch nehmen – so selbstverständlich, wie wir an Feiertagen grundsätzlich frei haben und uns an diesen freien Tagen erfreuen. Doch so sehr, wie wir alltägliche Dienstleistungen ohne Dank entgegen nehmen, nehmen wir diese Dienstleistungen auch an Tagen entgegen – ohne darüber nachzudenken – an denen normalerweise wir Ottos frei haben.

Danken wir also allen Taxifahrern, Angestellten des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs, gastronomischen Bediensteten, Feuerwehrleuten, auch den Polizisten, Ärzten, Krankenhausangestellten, Mitarbeitern sämtlicher Notdienste, die ebenfalls auf Rufbereitschaft stehen müssen… Einfach all jenen, die zur schönsten Feierzeit arbeiten müssen.

Danken wir doch einmal all jenen, die keine Feiertage kennen, auf Familie und Freunde verzichten, kein geregeltes Leben mit “normalen” Arbeitszeiten kennen für ihre Aufopferung für uns, die wir diesen Luxus noch genießen dürfen. Danken wir all jenen, die Feiertage zu solchen machen ohne Rücksicht auf ein Privatleben. Und gleichzeitig sollte man auch mal daran denken, dass nicht nur an Feiertagen diese Leute ihren Mann stehen, sondern auch an Sonntagen, in frühmorgendlichen, abendlichen und nächtlichen Stunden – kurzum in Zeiträumen, die wir sonst so gern genießen.

Wir leben in einer hektischen Welt. In einer undankbaren, schnellen und vergessenden Gesellschaft. In einer Gemeinschaft des Gebens und Nehmens und denken nicht einmal darüber nach. Allein der Gedanke ist schon ein Dankeschön – wenn auch nur flüchtig und ohne dass dieses Danke beim Empfänger ankommt. Doch auch dieser Gedanke muss erst einmal gedacht werden in einer gedankenlosen Welt der Schnelllebigkeit. Doch falsch gedacht, dass solch ein Gedanke mal öfters vorkommt. Gelegentlich, vereinzelt und selten auch einmal öffentlich zur Sprache gebracht.

Das Danke ist anscheinend nicht mehr modern. Passt nicht in die Welt des Geldes. Stattdessen hat eine Selbstverständlichkeit die Höflichkeit ersetzt. Dieselbe Selbstverständlichkeit, die dem Hochmut schon fast gleich kommt. doch wie wir wissen: Hochmut kommt immer vor dem Fall. Der Hochmut, der dem Mittelständler gelegentlich zu eigen ist, mit der dieser jede Dienstleistung selbstverständlich und als gegeben hin nimmt. Doch sollte einmal der Mittelständler, der Otto Normalverbraucher je in die Verlegenheit kommen, als Dienstleister zu “unmenschlichen” Zeiten arbeiten zu müssen … Meist ist dann das Geschrei groß. Wie ungerecht die Welt doch ist. Und dabei wird vergessen, dass viele andere schon seit Jahren, Jahrzehnten in dieser “Ungerechtigkeit” leben.

Also doch mal lieber ein Danke? Oder zumindest einmal darüber nachdenken?

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One Response to Ein Danke wäre mal angebracht

  1. michael sagt:

    Danke.