Nennt mich Grinch

Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit, der Familie, der Religion und der Freude. So zumindest der allgemeine Glaube. Nennt mich Grinch, doch ich habe hinter die Fassade gesehen, die Abgründe des menschlichen Wesens in dieser Jahreszeit erkundet. Die Falschheit der Freude, der Vorfreude. Das Materielle, dass diese Zeit beherrscht. Nennt mich Grinch, doch ich möchte mit diesem ganzen Terz nichts zu tun haben. Ich suche die Einsamkeit, um der Falschheit zu entgehen. Es gibt keinen Frieden, keine echte Freude. Nur das eigene Wohl.

Familie
Zu Weihnachten findet immer die ganze Familie zusammen und heuchelt heimische Geschlossenheit und Freude über die Gemeinsamkeit. Ja heuchelt, denn den Rest des Jahres wird über die anderen Familienmitglieder hergezogen, gelästert und ist im Grunde froh, dass man sie nur einmal oder zweimal im Jahr sieht. Zu Geburtstagen und zu Weihnachten. Doch der Zwang, zu Weihnachten bei der Familie zu sein… Zwang bringt keine echte Freude.

Religion
Also mal ehrlich – wer von den ganzen Weihnachtswütigen kennt noch die wirkliche und wahre Bedeutung von Weihnachten oder weiß, was Advent bedeutet? Wer rennt Heiligabend denn noch in die Kirche oder an den anderen beiden Feiertagen? Im Grunde können doch alle christlichen Feiertage abgeschafft werden, deren Bedeutung eh keiner mehr kennt und sowieso nur zweckentfremdet werden. Wenn schon Feste feiern, dann richtig oder gar nicht. Aber diese Halbherzigkeit ist einfach nur zum kotzen.

Freude
Freude? Bei dem ganzen Stress der Vorbereitung? Es muss eingekauft werden, bedacht werden, wer von der Familie wo auch immer allergisch gegen was ist. Es muss vorbereitet werden, telefoniert, gegrüßt, gemailt – was auch immer und welche Kommunikationsform auch immer gewählt wird. Es muss an alle gedacht werden, damit sich niemand übergangen fühlt. Alle Geschenke rechtzeitig besorgt … bla bla bla bla bla. Wem macht das wirklich, richtig echte Freude? Hand aufs Herz – den Wenigsten.

Nennt mich Grinch, aber Weihnachten ist für die Katz. Lasst mich bloß damit in Ruhe – und meine Katze bitte ebenso. Gemütlich in Ruhe, mit den Freunden Niemand und Keiner nicht feiern – nur so läßt sich Weihnachten noch ertragen. Ohne Radio und Fernsehen, die der allgemeinen Heuchelei nur Rechnung tragen. Ohne Zwang und Tradition, die nie die meine war. Nennt mich Grinch.

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