Social Network

Man ist so etwas zwiegespalten, was dass Social Media – Netzwerk angeht. Zum einen liebend gern genutzt und zum anderen gehasst. Geliebt, verhasst, vergöttert. Doch manchmal mag man sich wirklich fragen, ob manche es nicht stark übertreiben. Da wird das ganze Leben minutiös per Twitter dokumentiert, Freunde kennt man nur noch im Facebook, aber nicht mehr im realen Leben. Die Geschichte des Lebens – niedergeschrieben im Blog (eigene Nase, jaja … ), doch ganz im Ernst, wenn tangiert das wirklich außer dem verbliebenen restlichen Freundeskreis?

Handschriftliches

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Klar hat die Vernetzung etliche Vorteile, mal schnell eine Nachricht absetzen, ein Treffen planen und “auswerten” – gerade wenn man weiter auseinander wohnt. Bilder verschicken, oder ein Video, Arbeit gepflegt teilen, wenn es möglich ist. Gewiss, es gibt so viele Vorteile. Doch manchmal fragt man sich doch, wie haben es die Menschen vor Hundert Jahren hinbekommen, als es dass alles noch nicht gab? Per Tinte und Feder Nachrichten übermitteln, mit Taube und Postkutsche, als noch jeder Brief mindestens eine Woche unterwegs war. Dementsprechend wurden Besucher auch ganz anders behandelt, als es sonst heute so üblich ist nach der kurzen Nachricht: Bin in 5 Minuten da …

Segen oder Fluch – oder doch beides? Denn eines kann nicht bestritten werden: Noch ist es möglich, sich unabhängig von jeder professionellen journalistischen Meinung sich über die Nachrichten der Welt zu informieren (Achtung, in dem Satz ist Sarkasmus versteckt). Dimidium facti, qui coepit, habet: sapere aude, incipe
Noch ist Unabhängigkeit drin, noch kann man über Themen diskutierten, die sonst nicht üblich sind. Noch kann man halbgare Kommentare absetzen, sich gegenseitig nerven oder einfach nur Dünnpfiff lamentieren. Sich sogar gelegentlich richtig informieren und teilweise auch handeln, doch mal ganz im Ernst:

Ist das überhaupt so notwendig? In einer Zeit, in der fast alle Grenzen offen sind und kommunikative Möglichkeiten über Funk an fast jeder Ecke der Welt möglich ist? Muss denn noch noch dem Telefongespräch 30 mal hin und her geschrieben werden? Oder die gegenteilige Variante, erst 30 Nachrichten, bis man dann schlussendlich doch zum Hörer greift? Und das ganze über eine Social-network-Plattform? Um es im Anschluss ausführlich noch der Welt mitzuteilen? Es beherrscht doch kaum noch jemand die verbale Art der Kommunikation. Kein Wunder, wird mit den virtuellen Freunden mehr Zeit verbracht als mit den reellen. Aber schön zu wissen, dass man über 400 Freunde hat- von denen man nciht einen kennt.

Als ein weiterer Punkt ist dabei noch zu erwähnen – das virtuelle Profil kann doch niemals die reale Person ersetzen. Man kann sich umschreiben, verbildern, Vorlieben und Macken erklären, doch wie man wirklich ist, dass kann nicht einmal eine Videostunde über Skype & Co. real rüber bringen.

Vielleicht sollte man für sich einmal den goldenen Mittelweg finden. Social network – ok, der Zeitgeist muß der Norm folgen – doch niemals das wirkliche Leben außer acht lassen. Es soll doch nur unterstützen und nicht dominieren. Gedanken teilen, das kann man auch persönlich.

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