Bus und Bahn – gut gefahrn?

Die Leute in der Bahn sind meist putzig. Bloß gut passiert mir sowas nie, aber was man von Bekannten so mitbekommt, man möchte einfach nur, naja, irgendwas mit Fresse und schlagen, die Wörter kämen in dem Satz vor.
“Rauchen Sie?” – so die Frage von einem hochnäsigen Mitreisenden. Und auf die bejahte Antwort zu vermelden “Sie suchen sich jetzt einen anderen Sitzplatz denn sie stinken nach Rauch! Oder ich melde sie beim Zugführer!!”. Es tut doch einfach nur noch weh, da bekommt man solche Schmerzen bei, dass man, ach, unaussprechlich.

Wenn es danach geht, möchte man den Leuten gern auch ihr aufdringliches Parfum (> Nuttendiesel) oder das eben konsumierte oder noch konsumierende Junkfood untersagen. Ebenso den Fahrern das Heizen -im Sommer! Welche Gerüche einen so in einem vollgestopftem Bus oder in einer Bahn um die Nase wehen, da dürfte der kalte Rauch noch am angenehmsten sein. Vom Achselschweiß bis hin zum Modergeruch des Friedhofsgemüses – nur den auf einer Bank liegenden Penner, der 3 Meilen gegen den Wind nach Urin stinkt, da traut sich niemand den vollzusülzen von wegen Geruchsbelästigung. Man müsste ja näher ran gehen …

Dass unlogische Verhalten von manchen, nennen wir sie einmal vorsichtshalber ‘Menschen’ spottet auch jeder Beschreibung. Gerade in Stoßzeiten, wenn schon ersichtlich ist, dass die Bahn oder der Bus extrem voll werden, so strömen die Menschen in ihrer Gier nach einem Sitzplatz schön in die Mitte des Fahrzeuges, am weitesten entfernt von jedweder Ausgangsmöglichkeit, nur um dann 2 Haltestellen später sich durch die gesamte Masse zu quetschen. wie hohl muss man sein? Meist sind das dann auch die, die sich wegen Geruchsbelästigung mokieren oder sonst so gern am meckern sind wegen jeder möglichen und unmöglichen Kleinigkeit.

Faszinierend ist auch zu beobachten, dass gerade in Stoßzeiten auch das Friedhofsgemüse mit ihrem Hackenporsche oder Mütter mit ihren Gören im Babymercedes unbedingt durch die Stadt kutschieren müssen. Nein, die haben den Rest des Tages ja auch absolut keine Zeit. Überhaupt nicht. Man könnte was verpassen oder mit viel Platz außerhalb der Stoßzeiten reisen. Ein Ding der Unmöglichkeit, unzumutbar.

Feigheit ist dann auch so ein spezielles Thema. Zu feige, den in der Gangreihe anzusprechen, er möge entweder auf den Fensterplatz rutschen, Platz machen oder auch gern gesehen, die Tasche und/oder Rucksack auf dem Sitzplatz. Egal wie voll das Gefährt auch ist, aber eine simple Bitte, die unmöglich abzuschlagen ist, mal an den Mann oder die Frau zu bringen. Geht nicht. Man müsste ja kommunizieren. Das ist im Zeitalter der digitalen Sprache ebenso eine Unzumutbarkeit. Aber wenn man sich dann doch die eine oder andere Hackfresse ansieht – kein Wunder, dass einer möglichen verbalen Kommunikation aus dem Wege gegangen wird.

Zum Glück sind die Zeiten vorbei, in denen man von der vom Sitznachbar mitgebrachten Zeitung belästigt wird. Dafür darf man dann der gelegentlichen laustarken Diskussion über Handy folgen, mit dem ganzen Drama der gesamten Familiengeschichte und den letzten 20 Beziehungen. Das ist Entertainment pur und Hartz-4-TV live erlebt. Da kommt schon der gelegentliche verzweifelte Gedanke nach der Fernbedienung, um das Programm wegzuschalten – aber geht nicht, weil live. Bleibt nur noch der Amoklauf – aber sich wegen solchen Idioten das Leben versauen? Nein danke. Man kann schließlich so einiges ertragen. Im Gegensatz zu den bereits erwähnten Dauernörglern. Mal ehrlich, wenn man jedes Mal eine Hasstirade loslassen würde, wenn einem was nicht passt, dann ist man doch nur noch am krakeelen. Und soviel Energie sinnlos vergeuden und ebenso Nerven zu lassen. Nein danke. Aber dafür gibt es schließlich dies schriftliche Variante, um sich einmal genüsslich über den tagtäglichen Wahnsinn auf den Strassen und Schienen auszulassen. Mahlzeit!

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5 Responses to Bus und Bahn – gut gefahrn?

  1. KiSa sagt:

    Mir sind ja die am liebsten, die zu Stoßzeiten als erstes in die Bahn strömen und dann im Eingangsbereich stehenbleiben, damit ja keiner mehr reinkommt… oder die von dir genannten Privatlebenausbreiter und Sitzplatzbeleger….

    • Dark Lord sagt:

      Meine Taktik ist mittlerweile immer die Gleiche. Ich lasse sie alle reinstürzen, noch kann ich stehen. Also warte ich ab, bis alle drin sind und stelle mich dann in an der Tür so, dass jeder vorbeikommt. Bequem angelehnt und völlig in alle Ruhe. Lass sie Drängeln schieben schubsen – MDE.

  2. Schakal sagt:

    Der alltägliche Wahnsinn in den Öffis. Man kommt sich dort manchmal vor wie im Zoo – nur das die Protagonisten nicht hinter Zäunen und Stäben verbarrikadiert werden sondern frei rum laufen…dürfen…müssen. Ich danke immer noch dem Erfinder von geschlossenen Kopfhörern, die möglichst wenig Außengeräusche durchlassen. Ansonsten würd ich wahrscheinlich wirklich irgendwann mal Sprüche bringen, die nicht jeder so lustig findet.

  3. Maxx sagt:

    Ich nutze auch wegen der von dir geschilderten Zustände höchst ungern Berliner ÖPNV (wenn ich es denn vermeiden kann).

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