Welt – Statistik-Tag

Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Wikipedia sagt, heute, 20. Oktober, ist Welt-Statistik-Tag, eingeführt 2010 von der UN-Statistikkommission. Die müssen es ja wissen. Wahrscheinlich statistisch ausgerechnet, damit die Statistik stimmt und der Tag nicht leer ausgeht. Ein leerer Tag wäre ja auch unerträglich, ohne irgendeinen Gedenk- oder Aktionstag. Also gedenken wir der Statistik, die uns so gern und oft in die Irre führt.

Statistiken sagen ungefähr doch soviel wie die Wassertropfen in einem Glas: Nichts. Durchschnittliche Zahlen, die die Wahrheit einmal quer schütteln und raus kommt ein Schnitt. In Statistiken steht sowie nur dass, was niemand wissen kann und will, dabei aber alles quer geschnitten, also im Querschnitt. 10 von 100 haben gesagt … Ja, aber was sagte der Rest? 30 von Hundert haben die CDU gewählt – wenn wir dann nach dem Gesetz der Statistik gehen, dürfte diese Partei gar nicht regieren.

Wenn wir dem Statistischen Bundesamt glauben, dann verteilen sich 4 Billionen Euro Vermögen auf auf 80,8 Millionen Einwohner – das macht im Schnitt ca. 50.000 Euro – das Bankkonto suche ich noch, auf dem das Geld deponiert ist. Da sieht man aber wieder, wie pauschalisierend so eine Statistik sein kein. Denn was diese Statistik nicht sagt, dass sich von den 4 Billionen Vermögen 90% auf 1% der Bevölkerung verteilen – als Aufreißer für eine Schlagzeile reicht es allemal.

Statistisch ist auch ein Großteil der Deutschen zufrieden mit ihrem Leben. Wir haben da mal 1000 Leute befragt und aus dem Ergebnis hochgerechnet. Wenn ich die gleiche Erhebung in meinem Bekanntenkreis durchführen würde, sähe das Ergebnis anders aus. Aber soll das nun heißen, das meine Freunde und Bekannten nun alle pessimistisch sind? Wohl eher nicht, bilden sie doch eher das Contra zum Absurdum. Statistiken sind nichts als Werte. Der Mensch, degradiert zu einer Zahl, zu einer Fußnote in einem Wirrwarr von Zahlen, in die man alles mögliche hinein interpretieren kann, ganz nach dem eigenen Gusto.

Auch in meiner Arbeitsstelle wird mit Statistiken gespielt. Doch wie immer – auch hier macht das Leben einen Strich durch die Rechnung. Das Budget, bis ins kleinste Detail aufgestellt nach den Statistiken der letzten Jahre – jeden Monat wird es gesprengt. Denn eines kann eine Statistik nicht berechnen: Den Unsicherheitsfaktor Mensch. Und wo Menschen sind, passieren Fehler. Wo Menschen sind, schlägt die Natur grausam zu. 2 Personen wegen Krankheit ausgefallen – schon ist die gesamte Statistik nicht einmal das Papier wert, auf dem die vielen Zahlen wild durcheinander springen. Was nutzt einen die schönste Statistik, wenn immer wieder die Natur dazwischen kommt und die Werte durcheinander wirbelt?

Und schlussendlich ist es immer noch der Mensch, der die Statistiken erstellt. Und wo der Mensch zu Gange ist – das wurde ja bereits erwähnt – da passieren Fehler. Genauso gut kann man die Linien, die Lebensadern auf einem Kastanienblatt zählen. Da hat man zumindest immer den gleichen Wert: Den göttlichen Schnitt. Und wenigstens der ist in der Natur eine Konstante, mit der man rechnen kann. Da braucht es keine Statistik für, das haben die klügsten Denker der Geschichte schon herausgefunden. Nur wir, in unserer modernen Welt leben nach Zahlen. Nach Statistiken, die irgendwie die Wirklichkeit wiedergeben sollen und doch nur mehr Schein als Sein sind.

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