Die grünen Kriegstreiber

Wieder einmal setzt sich eine Abgeordnete der Grünen für einen Kampfeinsatz ein. Die Partei, die sich einmal aus Friedens- und Umweltaktivisten zusammensetzte unterstützt anscheinend nur noch militärische Konflikte und Umweltsünden der Wirtschaft. Verrat an der eigenen Idee nennt man das. Verrat an der eigenen Person und an den eigenen Zielen, das ist auch eine der deutschen Hauptfiguren im damaligen Drama im Kosovo, Joschka Fischer. Der sogenannte Turnschuh-Minister, der aus Überzeugung als erster in Turnschuhen vereidigt wurde (1985 im hessischen Landtag zum Minister für Umwelt und Energie), hatte eine steile Karriere als aufsässiger Radikaler der damaligen linken Bewegungen hinter sich. So berühmt auch sein Kommentar „Bei den drei hohen Herren mag mir keine rechte Trauer aufkommen, das sage ich ganz offen für mich.“ nach der Ermordung von Schleyer, Bruback und Ponto ist, so selbstverliebt wird er auch in seiner politischen Karriere. Vom Mitglied der linksradikalen Gruppe “Revolutionärer Kampf” zum Vizekanzler. Die Wirtschaft in der Jugend anprangern, aber im gesetzten Alter Vorträge bei Goldman Sachs und Barclay Capital halten sowie eine Gastprofessur für internationale Wirtschaftspolitik. Scheinheiligkeit hat einen Namen bekommen in dieser Zeit: Fischer. Der im übrigen nie wieder in Turnschuhen auftreten sollte, sondern immer im feinen Anzug.

Und als Vizekanzler konnte er auch nicht zählen. Seine Legitimierung für den deutschen Einsatz im Kosovo begründete er mit den Worten:  „Ich stehe auf zwei Grundsätzen, nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz, nie wieder Völkermord, nie wieder Faschismus. Beides gehört bei mir zusammen“. Einen plausiblen Zusammenhang konnte er zwar nicht herstellen, befürwortete aber den Bundeswehr – Einsatz im Kosovo. Soviel zu Fischer. Doch die Grünen verraten sich und ihre Grundsätze weiter.

Denn nun sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt: “Wenn dabei herauskommt, dass am Boden agiert werden muss, würden wir das unterstützen.” Soviel zu der ehemaligen Partei der Umweltschützer und Friedensaktivisten. Pazifismus hat halt eine neue Bedeutung: Um aus unserer Sicht Unmoralisches  zu beenden, muss Waffengewalt her. Bezeichnend der Nachnahme der Katrin. Honi soit qui mal y pense. Nein, wir wollen der Dame nun wirklich nichts unterstellen.

Doch wie kommt eine Partei von Pazifisten und Umweltaktivisten dazu, sich für Kriegseinsätze auszusprechen? Und das nicht nur von der Führungsebene, sondern auch von der Jugendorganisation? Das erinnert doch stark an das Motto der SED-Führung: Frieden predigen, aber nur mit militärischem Einsatz. Denn dort wurden schon die Jugendlichen in der FDJ militärisch ausgebildet. Das wäre doch noch mal was. Wir bilden die pazifistischen Mitglieder der Grünen an der Waffe aus und schicken sie gleich direkt in den von ihnen geforderten Kampfeinsatz.

Das ist mal wieder typisch. Denn selbst in ihrem Wahlprogramm von 2013 ist das Thema Frieden nur sporadisch erwähnt. Aber nur in der Form von “Frieden sichern” oder “friedenserhaltende Auslandseinsätze” – und das ist reine Auslegungssache. Doch entgegen eben jenem Wahlprogramm, in dem es heißt “Unsere friedenspolitischen Grundüberzeugungen gründen sich auf … die gewaltfreie Lösung von Konflikten”. Mit welchem Recht pochen sie dann auf einen Kriegseinsatz? Selbst schuld, wer einer Partei wie dieser noch Glauben schenkt, wie eben den anderen auch, die im Bundestag vertreten sind.

Quellen:
Klamm – News
Bundeswehr im Kosovo
Wikipedia – Joschka Fischer

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One Response to Die grünen Kriegstreiber

  1. Schakal sagt:

    Die Grünen sind für mich ähnliche Verräter ihrer “Ideale” wie die SPD. Kein Wunder, dass beide so gut zusammen passen. Diese Rheotorik von wegen “friedenerhaltenden Einsätzen” passt ähnlich gut wie “negatives Wachstum” oder ähnlicher Kauder-Welsch. Es ist einfach nur zum Brechen, dass man inzwischen so weit links schauen muss, um pazifistische Parteien zu finden, dass man schon wieder im radikalen Bereich landet, der für mich persönlich dann schon wieder zu weit links ist. In anderen Ländern kämpfen die Leute für Demokratie. Man fragt sich: Warum eigentlich?