Genie und/oder Wahnsinn oder doch nur Leichtsinn?

Ausgehend von einem Blog-Eintrag von Maxx, der mit der Kraft der Zitrone in seinem kleinen Wörtchen zur unlösbaren Aufgabe sich geteilt hat, und zwar mitgeteilt, wie schwer es ist, einen Kontowechsel durchzuführen – ohne fremde Hilfe. Dazu muss ich natürlich auch einmal ergreifen, nicht Partei, sondern ein Wort oder auch mehrere.

In seinem besagten Wörtchen ging es darum, dass eine FAZ-Journalistin sich mokiert hat, wie schwer doch ein Kontowechsel von einer Bank zur anderen ist. Maxx, diese Frau – und das unterstelle ich ihr mal von meinem Standpunkt als Menschenkenner – hat in ihrem Leben wahrscheinlich noch nie einen Handschlag getan. Einen produktiven für die Allgemeinheit. Ihre journalistische Tätigkeit zählt nicht dazu – rumsitzen und irgendwelchen Blödsinn verzapfen oder auch nur abschreiben, das kann fast jeder mit mehr als 3 Hirnzellen. Ich mach das als Hobby, wobei mir gelegentlich auch mal der ein oder andere Geniestreich gelingt, meist aber nur Geschwafel entfleucht.

Kalligraphie - Übung

Doch beleuchte ich mal ihren wahrscheinlichen Werdegang: Tochter aus gutem, mittelständischem Hause. Vom Elternhaus auf gute Noten gedrillt, macht sie natürlich Abi und Studium auf Wirtschaft und Journalistik. Bis dahin hat sie noch nie gearbeitet, sich je um etwas kümmern müssen. Nun fängt sie in einer großen Tageszeitung an, mit Hilfe von Papas Beziehungen natürlich und macht Karriere, in dem sie die Pressemitteilungen der dpa kopiert und etwas anders in Szene setzt. Natürlich meckert sie zwischendurch, dass das Leben ja so hart und ihre Tätigkeit als Journalistin zeitraubend ist. Und nun wird sie ins kalte Wasser geworfen und soll mal selbstständig einen Artikel verfassen. Was bietet sich da mehr an als ihr neulich zurückliegender Kampf mit dem Papierkrieg, den sie so völlig ungewohnt, weil sie immer alles vorgesetzt bekommen hatte, alleine durchführen muss. In ihrem Fach als Wirtschaftsredakteurin ist sie wahrscheinlich ein Ass, weil sie alles und jeden kennt. Und wahrscheinlich auch noch mit jedem pennt.

Dieser Lebenslauf ist mal von mir an den Haaren herbeigezogen worden, aber, und jetzt wird es spannend, findet so in tatsächlicher Form öfter statt als manche denken mögen. Da sind die kleinen und einfachen Dinge des Lebens ein wahrliche Herausforderung. Und wir wissen doch alle, dass die Grenzen zwischen Genie, Wahnsinn und Leichtsinn fließend laufen. Der interne Speicher ist meist schnell überfüllt mit der Arbeit, woraus immer die bestehen mag und wenn dann die alltäglichen Dinge des Lebens diesen beanspruchen gibt es schnell den fatalen Systemfehler. Overload. Man versucht einfache Dinge kompliziert anzugehen, weil es eben von der tagtäglichen Beschäftigung so gewohnt ist. Alles muss Hand und Fuß haben, nichts darf schief gehen. Und so von sich selbst dermaßen unter Druck gesetzt, werden schnell die Nebensächlichkeiten übersehen, die dann zum schließlich Erfolg führen.

Wer als Genie durchs Leben marschiert, hat menschlich sozial meist versagt. Nicht unbedingt und zwingend – auch hier bestätigen die Ausnahmen die Regel. Da werden Alltäglichkeiten zur Herausforderung. Kaffee selbst kochen? Unmöglich! Schuhe selbst zubinden? Wozu gibt es Butler. Und um Nebensächlichkeiten wie der Geburtstag des Partners, da kümmert sich die Sekretärin drum. Nein, das ist nicht Hollywood – das ist Realität. Das geht doch schon bei dem “normalen” Bauarbeiter los. Der weiß, mit welchem Gerät wann, wie und wo was an einem Haus gemacht werden muss. Aber selbst ein Spiegelei braten? Wie geht das?  Am Stammtisch weiß er dann wieder alles, seine Rhetorik mit Hilfe von 3 Promille sticht alle anderen aus – doch wann die eigene Frau Geburtstag hat, wann der Hochzeitstag ist – Hilfe!

Es gibt nicht viele Menschen, die ein erfolgreiches Arbeits-, Sozial-, Familien- und Haushaltsleben gleichzeitig führen können. Das sind wie wahren Genies. Da sind solch lästige Aufgaben wie ein Kontowechsel schnell nebenbei erledigt.

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2 Responses to Genie und/oder Wahnsinn oder doch nur Leichtsinn?

  1. Max sagt:

    Du schaffst es immer wieder, mich mit deinen Beiträgen zum Lachen zu bringen. :-) Mit der Biographie lagst du ja fast richtig, nur dass sie nix mit Wirtschaft, sondern Jura (Schwerpunkt Europarecht) studiert hat. Aber Journalistenschule und diverse Praktika stimmt schon…

    • Dark Lord sagt:

      Diesmal war es nicht einmal mit Absicht … :D

      Ich brauch mir den Lebenslauf nicht ansehen oder googeln, das sagen mir schon meine 5 Hirnzellen mehr, dich ich hab.