Arbeit – noch Bock?

Immer öfter und aus verschiedenen Branchen hört man von Bekannten, Freunden und auch Verwandten immer und immer wieder das Gleiche. Keine Lust, es wird einem zuviel, Stellen werden hier gestrichen, Stunden dort gespart. Dort noch mehr Bürokratie, hier noch mehr Formulare…  Mal ehrlich, manchmal könnte es einem vorkommen, dass unser sogenanntes Wirtschaftswachstum nur zustande kommt, weil wir Deutschen es tatsächlich schaffen, das Haus, das Irre macht aus Asterix erobert Rom noch in den Schatten zu stellen.

Man mag es nicht glauben, aber es ist mittlerweile ein ausufernder Akt von Bürokratie, ein paar Essen zu verwalten, Menschen zu pflegen…  Was wird hier eigentlich gepflegt? Und man mag es auch kaum glauben, trotz moderner Technik,  Computer & Co. hat sich der Verwaltungsaufwand verringert. Nein, eher verdoppelt.

Doch wer meint, das es dafür auch zusätzliches Personal gibt – weit gefehlt. Eher werden hier noch ein paar Stunden gespart, dort der in Rente gehende nicht ersetzt… Das die deutschen Arbeiter und Angestellten mittlerweile auf dem Zahnfleisch krauchen, bekommen unsere fähigen Wirtschaftsbosse und/oder Politiker nicht mit. Denn zusätzlich zu der eigentlichen Arbeit noch dutzende Formulare auszufüllen,  was im Grunde manchmal auch mit einem Telefonanruf erledigt werden könnte, kostet Unmengen an Zeit, die man mittlerweile nicht mehr hat. Glücklich kann sein, wer noch einen Job hat, in einem älteren,  längerfristigem Beschäftigungsverhältnis steht. Oder in einer Firma arbeitet, deren alte Strukturen nicht einmal durch sogenannte Consultingunternehmen so leicht aufgebrochen werden können.

Consultingunternehmen sind sowieso ein Unding unserer Zeit. Sogenannte Wirtschaftsprüfer mischen sich in Belange von Firmen ein (auch wenn sie dazu eingeladen wurden), von deren Beschäftigungsfeld sie nicht die geringste Ahnung haben und vorschreiben, wo noch an Personalkosten gespart werden kann. Diese Leute, die sonst nichts auf die Reihe bekommen als BWL zu studieren und in ihrem Leben noch nie handwerklich gearbeitet haben, spielen sich auf, als könnten und wüssten sie alles. Dabei zerstören sie eher, als zu unterstützen.

Es ist schon klar, dass die Personalkosten mittlerweile einen nicht ganz unerheblichen Teil der Kosten ausmachen. Und unsere Politik arbeitet ja auch mit Vehemenz daran, dass zu ändern, um die deutschen Sklaven, ähm, Arbeiter natürlich,  wettbewerbsfähig gegenüber den anderen global wirtschaftenden Ländern zu halten. Doch wer soll sich noch etwas leisten können, wenn das Gehalt (nicht der Verdienst – wer bekommt schon was er verdient) gerade zum Überleben reicht, selbst als Facharbeiter in höherer Position? Und man dank der Überstunden gar keine Möglichkeit hat, noch Geld auszugeben?  Ein Teufelskreis, der nur durch radikales Umdenken durchbrochen werden kann.

Selbst in einem  Beruf, den man gern ausübt, kommt es immer öfter vor, das man mit Bangen, statt mit Freude zur Arbeit geht. Und selbst Verantwortungsträger mit Grauen an die Arbeit denken. Und sich überlegen, lieber bei der Stadtreinigung anzufangen. Staatliche Arbeitnehmer haben in der Regel noch eher ein sorgenfreies Leben. Zeiten ändern sich – nur die unersättliche Gier der Aktionäre nicht. Arbeit macht keinen Spaß mehr, wenn der Zwang dahinter steckt. Arbeit macht Spaß,  wenn vor dem Profit noch der Mensch mit der Leistung steht. Alles andere ist unmenschlich und nur noch Sklaverei.

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2 Responses to Arbeit – noch Bock?

  1. Pirandîl sagt:

    Die wohlklingenden Zauberworte jener unheilvollen Wirtschaftsschamanen sind “Umstrukturierung”, “Arbeitsverdichtung” und “Synergien”, die genutzt werden wollen. Am Ende steht immer ein mehr an Arbeit, das auf immer weniger Schultern verteilt wird. In der Logik dieser Leute ist das “Menschenmaterial” nur ein weiterer Faktor, den es auszubeuten gilt. Verschleiß gehört halt dazu, also lasst uns Menschen verschleißen.

    Willkommen in der hässlichen Welt, in der wir wie Geister wandeln…