Die kleinen Dinge des Lebens – Finis coronat opus

Gedanken, am Sonntag Morgen – 6 Uhr … 

Aus kleinen Dingen werden große Dinge, und die Gesinnung der Menschen erkennt man auch an den kleinen Dingen.
Niccoló Machiavelli

Es sollten doch immer die kleinen Dinge sein, an denen wir uns erfreuen. Sagen meist die großen Leute, die ganz viel von den großen Dingen besitzen und den Wert der kleinen Dinge gar nicht zu schätzen wissen. Und das Besondere daran ist, dass es bei den kleinen Dingen nicht weh tut, diese los zu lassen, wenn sie nicht mehr da sind. Was nützt einem schon das eigene Haus, für das man sein Leben lang hart gearbeitet hat, wenn es die Erben zerpflücken und zerreißen in ihrer Gier?

Dark Angel

Dark Angel

Was nutzt einen die große Liebe, wenn am Ende nur großer Schmerz daraus entsteht? Großes Vertrauen bringt nur großen Kummer, wenn es missbraucht wird. Menschen sind zu Großem fähig und vergessen doch oft, das es meist die Kleinigkeiten sind, die das Leben erst lebenswert machen. Menschen sind auch groß darin, zu verletzen. Auf anderer Kosten sich ihr Glück zu erkaufen.

Was nutzt ein teures Auto, wenn einen die Kosten dazu auffressen? Man kann doch auch wunderbar mit dem Fahrrad auf kleinen Strecken vorankommen. Und ein kleines Auto tut es meist auch, wenn die Entfernung größer ist.

Aus kleinen Dingen werden Große, doch auch nicht immer. Manchmal ist es auch gut, wenn die kleinen Dinge klein bleiben. Nutte darf gern meine kleine Nutte bleiben, was will ich mit einem großen Tier? Es würde nur erdrücken, das Leben zu sehr beeinflussen, in den Bahnen, die ich eingeschlagen habe. Und dann stellt sich gleich die Frage mit, ob große Dinge auch glücklich machen können. Wirklich glücklich. Nicht nur für den Moment, für den Augenblick. Ein Schuss Dopamin – der durch die Adern rinnt – und ebenso schnell wieder verfliegt. Synapsen, die für eine Weile vor Freude tanzen, um im nächsten Moment zu zerspringen unter dem Druck, das Große behalten zu müssen und unter dem Stress, den man sich damit macht.

Ich pfeif auf die großen Dinge des Lebens und erfreue mich meiner kleinen Welt. Meiner kleinen Welt, die ich so gerne abschote vom Rest. In der ich glücklich bin und das ist es, was für mich zählt. Nicht um zu protzen oder zu prahlen. Das habe ich einfach nicht nötig.

Und nicht zu vergessen, erst am Ende wird abgerechnet, wenn das Spiel vorbei ist. Der Endstand ist, was zählt. Auch jeder Reiche wird einmal ins Gras beißen – und was hat er dann von den Leichen, über die er gegangen ist? Was bleibt von seinem Prunk? Letztendlich zerfällt er auch nur zu Staub, zu Dreck auf der Strasse. Doch wenn ich mit einem einzigen kleinen guten Wort das Leben eines Anderen in die richtige Bahn gelenkt habe, dann war es ein ganzes Leben wert. Wenn Nutte – wie ehedem Hannibal – in ihrem Todeskampf einst bei mir liegen wird, mich anschauen mit einem Blick, der Danke sagt, dann war es alles wert. Die kleine Sache, das kleine Fell, dass mein Leben so bereichert hat. Und vor allem, das gern bei mir war, weil es eine Sache bekommen hat, die wichtig ist: Liebe. Ehrliche Liebe.

Finis coronat opus – Das Ende krönt das Werk

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One Response to Die kleinen Dinge des Lebens – Finis coronat opus

  1. Maxx sagt:

    Volle Zustimmung. “Like”!