Körperwelten – die Ausstellung mal unter die Lupe genommen

Körperwelten. Foto von (c) Körperwelten

Letzten Samstag war es soweit, wir haben endlich unsere schwarze Gruppen-runde zusammen bekommen und uns in die Ausstellung “Körperwelten” gewagt, um einen kleinen Einblick in das menschliche Innere zu bekommen. Auch wenn das Erlebnis etwas geschmälert wurde durch gewisse Umstände, doch dazu weiter unten mehr.

Die Ausstellungsräume

In einem war sich unsere Gruppe einig. für die Größe der Ausstellungsräume war die Zahl der darin weilenden Menschen eindeutig zu groß, was sich auch merklich im Raumklima widergespiegelt hat. Unerträglich stickig, abgestandene Luft. Furchtbar. Vielleicht auch einmal auf den schnöden Mammon pfeifen und die Besucher entweder in Gruppen rein lassen oder die Besucherzahlen besser regeln – auch mal Stop, voll sagen können – als Hinweis an die Ausstellungsleitung. Ebenso ist es für Besucher unerträglich, 10 Minuten vor einer Vitrine in einer Schlange zu warten, um endlich das Lesen zu können und zu sehen, worum es sich handelt. Jedenfalls lässt sich sagen, dass die Räume zu klein sind, die Klimaanlage unzureichend und das Management ungenügend. Und was nützt es, wenn die Besucher keine Luft mehr bekommen. Oder sollen sie gleich dabehalten werden, als weitere Ausstellungsstücke?

Mitmenschliches

Ich würde mir wünschen, dass Gastgeber öfter von ihrem Hausrecht Gebrauch machen. Unter anderem wurde eingangs darauf hingewiesen, dass Telefone auszuschalten sind und nicht zu benutzen innerhalb der Ausstellung. Doch was muss man keine 5 Meter weiter erleben? Da wird erst einmal fröhlich telefoniert. Das Menschen sich einfach nicht an die Regeln der Gastgeber – und das ist diese Ausstellung nun mal in diesem Gebäude – halten können. Normal pfeife ich ja auf Pietät, aber in den Räumen waren dutzende Tote Menschen, wenn auch konserviert und zu Kunstgegenständen degradiert. Und da sollte man schon mal das Handy stecken lassen können.

Die Exponate

Die Exponate stellen menschliche Körper da bzw. Teile davon. Doch die Informationen dazu waren etwas dürftig, der größte Teil gehörte zum Allgemeinwissen, der kleinste Teil war interessant genug, abgespeichert zu werden. Menschen, die bereitwillig der Wissenschaft zur Verfügung gestellt haben nach ihrem Tod, um ausgestellt zu werden als Studienobjekt oder Begaffungsobjekt – gut, darüber lässt sich streiten. Jeder sieht den Tod und das danach anders. In meinem Fall ist der menschliche Körper nur eine Hülle und was nach dem Tod desselben damit passiert: Egal (Hauptsache nicht in mit Weihwasser besprenkelter Erde liegen). Doch dass das Kunstobjekt “Atlas” mit der Erde auf den Schultern schon fast die Gesichtszüge desjenigen erahnen lässt, der er einmal gewesen war, erscheint dann doch schon etwas grenzwertig.

Fazit

Während der erste Besuch dieser Ausstellung anno dazumal im Jahre 2003/2004 in Hamburg noch äußerst interessant war und in den luftigen Räumen des damaligen ehemaligen Erotic-Art-Museums in Hamburg zu sehen war , war dieser Besuch schon etwas langweilig. Ein wiederholter Besuch ist eben nciht mehr so, wie das erste Erlebnis dieser Art. Es gab kaum Neues zu sehen, die üblichen Warnungen sich seiner Gesundheit bewußt zu werden und und und. Das Verhältnis zwischen Leben und Tod kam kurz zur Sprache. Und auch das Motto “Eine Herzensangelegenheit” wurde nur durch die aufgehängten Bilder und Zitate deutlich erkennbar. Für den Preis wäre etwas mehr schon drin, damit man einem Erlebnis und mehr Wissen hinausgeht, nicht nur mit Warnungen überschüttet, die man durch die Massenmedien und per anderen informativen Wege eh schon mehrfach bekommt. Es lohnt sich keinesfalls. Und wer mit etwas Allgemeinwissen versehen wurde, kann sich Bilder ansehen und dadurch lernen und hat im Endeffekt mehr davon. Die plastischen Exponate versprechen im Theoretischen mehr, als sie in der Realität darstellen. Es war definitiv kein lohnenswerter Besuch. So ein Käse.

Ich sehe tote Menschen!
(The Sixt Sense)

 

Dieser Beitrag wurde in Auf Reisen, Kommerz, Kritisiert, Kunst, Menschlicher Irrsinn, Mitmenschliches, Natur und Kosmos, Tagespalaver geschrieben und mit , , , , , getaggt. Speichere den Permalink.

Kommentieren beendet.