Joachim Witt – Eine Hommage

Einer der wenigen Musiker und Sänger, die mich wirklich und richtig faszinieren, ist Joachim Witt. Als Mensch hat er einen sehr eigenen Stil der Interpretation, der Bewegung, der Musik, der Optik – einen Stil, der mich stark inspiriert hat und mit meinem Eigenen sehr konform ist.

Im musikalischen durchaus hart, aber herzlich, dennoch mit einer Prise Melancholie und Hintergründigkeit, die zum Nachdenken anregt. Wer sich einmal intensiver mit seinen Liedern und Songtexten auseinandergesetzt hat, wird dies schnell erkennen. Botschaften zu vermitteln. Einer der unbekannteren Songs ist “Du wirst bald Geschichte sein“, setzt sich mit der Vergänglichkeit auseinander.
Kritisch etwas zu betrachten ist seine Lebensaufgabe. Ebenso wie ich auch, setzt er sich in seinen Liedern nicht mit der oberflächlichen Betrachtung auseinander, sondern schaut gern tiefer. Hintergründe sind faszinierend. Das wird auch in einem Lied deutlich, in dem er sich mit einer Spur Ironie und Sarkasmus mit den Menschen auseinandersetzt: “Menschen“, in dem es unter anderem heißt:

Menschen sind so intelligent
Weil sie Menschen sind!
Menschen sind den Tieren so fremd
Weil sie Menschen sind!
Menschen können Götter verehren
Weil sie Menschen sind!
Menschen können alles zerstören
Weil sie keiner bremst!
(Ganzer Songtext hier)

Ebenso ist er aber auch ein Musiker, der prima mit anderen zusammen arbeiten kann, was er gern und oft auch gemacht hat und immer noch macht. Vor allem mit Musikern, die ebenso melancholisch sein können, sind seine besten Werke mit entstanden. Unter anderem mit Tilo Wolff von Lacrimosa in dem Song “Abendrot” (zum Songtext) oder in dem bekanntesten Titel schlechthin: “Die Flut” mit Peter Heppner.

Obwohl in der Neue Deutsche Welle groß geworden, so waren seine Sternstunden – nach einer kreativen Pause, wie man es so gern nennt – in dem von ihm geprägten Genre der Neuen Deutschen Härte. Aber eines zieht sich durch alle Alben hindurch: Kritik an der Gesellschaft. Unterschwellig, versteht sich. Kritik an der richtigen Stelle. Und passend dargestellt, wozu seine Stimme und sein Auftreten geradezu prädestiniert sind.

Der Punkt, in dem ich mit Joachim Witt vollkommen übereinstimme, ist die Kleidung. Dunkel, meist schwarz, schlicht, aber dafür elegant. Rollkragenpullover, Jacket, schwarze Jeans, lockere Schuhe – das ist der Stil meines täglichen Aufenthaltes in der Stadt. Mein öffentlicher Auftritt in mitten von Menschen. Im Grunde sehe ich ihn darin als Vorbild, textlich als Vaterfigur, die ich nie hatte. Kein großer Rocker, ein zurückhaltender Sänger, der eine Botschaft hat, aber auch mal laut werden kann.

Lieblingstitel: Kein Weg zurück, Ich spreng den Tag, Die FlutBataillon D’ Amour, Krieger des Lichts, Unsere Welt, Herbergsvater, Goldener Reiter (die Rockversion), Und ich lauf, Menschen, Abendrot … und diverses mehr.

Einige werden sich garantiert fragen, warum ich nicht Biographie und Diskographie anreiße, thematisch. Die Erklärung ist schnell und denkbar einfach: In Wikipedia steht alles schnell zu finden und ausführlich. Und den Weg dahin sollte nun wirklich jeder kennen. Ich schreibe darüber aus meiner Sichtweise. Danke!

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