Teufelei – Kleine Teufelskunde

Als nicht gläubiger Christ ist die wahrscheinlich interessanteste Frage: “Wenn ich nicht an Himmel und Hölle, Gott und Teufel glaube, mit dem christlichen Glauben an sich nichts zu tun habe, dann kann ich ja auch nicht in die Hölle kommen, da ich ja nicht daran glaube.” Zumindest ein interessanter Ansatz, um dem Teufel mal näher auf den Zahn zu fühlen.

teufelDas Christentum hat in dem Kampf um die Glaubenshoheit ja bekannterweise sämtliche heidnischen Werte überlagert, übernommen und verändert, um so dem althergebrachten Glauben zu verdrängen. So ist denn der bekannteste Name des Teufels, Luzifer, auch entsprechend entlehnt worden. In der lateinischen Übersetzung für Lichtbringer, Lichtträger und bezogen auf den Planeten Venus, den Abend- und Morgenstern – immerhin nach dem Mond das hellste natürliche Objekt am Nachthimmel. Venus war in der römischen Mythologie die Göttin der Liebe, des erotischen Verlangen und der Verführung. So ist der Quergedanke zu den anderen umschreibenden Beinamen des Teufels im christlichen Glauben auch nicht zu weit hergeholt: Der Verführer, Der gefallene Morgenstern.

Ein anderer Namen im christlichen Glauben für den Teufel, Beelzebub, ist ebenfalls eine Verballhornung aus früheren Glaubensrichtungen. Die Übersetzung wird aus dem hebräischen/arabischen abgeleitet als der Herr der Fliegen – auf den Kot, Abfall deutend. Ebenso wird eine Ableitung aus dem Namen Baal Zebub vermutet, die besagt, dass der heidnische Gott zum Dämon abgewertet werden soll. Baal Zebub bedeutet nicht mehr oder weniger als “erhabener Herr“. Ba’al war ein Titel, der für jeden Gott verwendet werden konnte. Als Baal wird gewöhnlich der oberste Gott des örtlichen Pantheons bezeichnet. Er ist meist ein Berg-, Wetter- und Fruchtbarkeitsgott. Mit Baal gleichgesetzt wurde oft der babylonische Wettergott Adad. So wird schnell aus den heidnischen Göttern der Widersacher Gottes.

Belial ist ebenso ein weiterer Name, der dem Teufel zugeschrieben wird. Im Grunde nur ein “einfacher Dämon”, wird der Name wahrscheinlich hergeleitet aus der hebräischen Bedeutung für “nutzlos, wertlos”. Wird im Volksglauben mit dem Teufel gleichgesetzt, zwar auch in der Bibel erwähnt, aber nur kurz und am Rande.

Im Hexenhammer, der von Heinrich Kramer verfasst wurde, steht geschrieben:„…der eigentliche Dämon der Hurerei und der Fürst jeder Unfläterei heißt Asmodeus“. Meist missverstanden als der Name des Teufels, so ist Asmodeus in der Überlieferung eben nichts anderes als der Dämon der Huhrerei und Verführung. Aber auch nur als Sagengestalt ohne Hintergrund, ohne großartige Bedeutung.

Samael ist ebenso ein Name für Teufel, für einen gefallenen Engel in der christlichen Mythologie. Die Geschichte Samaels ist etwas länger, kann in Wikipedia nachgelesen werden. So wird aber Samael auch als Engel des Mars bezeichnet (Mars – römischer Kriegsgott, einer der Hauptgötter). Samael ist der Partner von Lilith und wird meist als der Dämon bezeichnet, der den Tod in die Welt bringt. Der Engel Sammuel pflanzt den Wein, der Adam zum Sündenfall führt und wird dafür zum Satan - sehr interessante Interpretation, nur nicht sehr geläufig.

Lilith ist eine Göttin der sumerischen Mythologie, findet jedoch auch in der Bibel eine Erwähnung. Dennoch bekam sie in der Neuzeit eine herausragendere Bedeutung als Symbol der Emanzipation. Als Gegensatz zur biblischen Eva, dem Manne untertan, für Herd, Heim und Kinder zuständig, so steht Lilith für Sinnlichkeit, Leidenschaft und Sexualität. Und symbolisiert die Eigenständigkeit der Frau. Ebenso gleichgesetzt mit Nachtschwalbe und Nachtgespenst. Als Schlange auftretend, aber dennoch auch als Eva verkörpert. Sehr verwirrend.

Satan ist wohl der bedeutendste Name und Titel des Teufels. Der Ursprung der Bedeutung des Wortes liegt im hebräischen als “Gegner“. Gemeint ist hiermit der Gegner Gottes, der gegen jenen rebellierte und aus dem Himmel verstoßen wurde. Nach dem christlichen Verständnis hat Satan im Garten Eden durch die Schlange gesprochen und die Menschen damit zur Erbsünde verführt. Bezeichnend ist ja die Tatsache, dass gerade die Frucht der Erkenntnis im Christentum den Menschen verwehrt wurde, ist die Erkenntnis doch das wesentliche Merkmal eines Menschen. Selbsterkenntnis ließ uns zu dem werden, was wir sind. Erkenntnis ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Wissenschaft – wir erkennen, wie das Universum funktioniert. Demzufolge waren alle Menschen Ketzer, die Erkenntnis bringen wollten, damit dem Satan hörig und entsprechend blutig verfolgt worden.
Satan ist also der absolute Teufel, der Gegner Gottes, der Verführer, Unheilsbringer, Herr der Finsternis.

Das Böse hat im christlichen Glauben viele Namen. Ebenso viele Namen wie es Götter in den alten Religionen gab – mal als weit hergeholte Metapher in den Raum gestellt.

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