Antikapitalistisches Monopoly?

Eines der beliebtesten Gesellschaftsspiele, etliche Male kopiert, geklont, verändert und angepasst, immer wieder aktualisiert und gelegentlich gern gespielt ist Monopoly. In 111 Ländern und mehr als 40 Sprachen erhältlich. Doch unbestätigten Gerüchten zu folge wurde das Spiel anno dazumal entwickelt,  um auf die Gefahren des Kapitalismus hinzuweisen. Solche Gerüchte kursieren ja ständig im Internet und so geht man doch einmal der Sache nach, was daran stimmig sein könnte.

Ein jeder weiß, hat man erst einmal die strategisch wichtigen Punkte auf dem Spielfeld erobert, ist es kaum noch möglich, besiegt zu werden. Ich selbst hab es damals mit einem Freund bis in die Unendlichkeit gespielt, ohne dass auch nur einer jemals einen Vorteil erringen konnte, da jeder die Hälfte der strategischen Punkte besaß. Das Spielgeld reichte schon ewig nicht mehr aus, so wurde wie im realen Leben Haben und Soll auf einem Blatt Papier notiert, virtuelles, nicht existierendes Geld. Na, wem kommt das bekannt vor?

Was aber der Erfinderin sauer aufstoßen würde ist die Tatsache, dass das Spiel, das auf die Gefahren des Kapitalismus hinweisen sollte, zum Inbegriff dessen geworden ist. Nicht nur, weil mit diesem Spiel Unsummen verdient wurde, sondern weil es auch unterschwellig das Ego und die Macht des Geldes schult, ausserdem die Gier fördert,  immer mehr haben zu wollen als der Spieler gegenüber. Mag ein etwas verdrehte Sichtweise sein, aber dennoch nicht vollständig von der Hand zu weisen.

Und so bin ich auf der Suche nach der Wahrheit, wie könnte es anders sein, direkt auf der seite www.monopoly.de gelandet und hab dort auch die Geschichte des Spiels gefunden. Und wie immer gibt es an der Erfindung mehrere Beteiligte. Strittig sein soll, wer nun tatsächlich das Spiel erfunden hat, so ist denn folgender Absatz nicht von der Hand zu weisen:

Bald fand man heraus, dass eine gewisse Elizabeth J. Magie 1904 ein Patent für ein Spiel namens „The Landlord’s Game“ erhielt. Das Spielbrett ähnelte stark dem heutigen Monopoly: Auf jeder Seite befanden sich neun rechteckige Felder, insgesamt 22 Eigentumsfelder, dazu Gefängnis und Armenhaus. Ursprünglich von der Quäkerin entworfen, um die antisoziale Struktur des Monopols aufzuzeigen, wurde das Spiel 1924 erneut in veränderter Form von Elizabeth Magie Phillips patentiert, die offenbar inzwischen geheiratet hatte. Magie ließ ihr Spiel nie produzieren – wem das Prinzip gefiel, musste sich sein eigenes Spiel basteln. Parker wollte sichergehen und kaufte Elisabeth Magie Phillips 1936 beide Patentrechte für 500 Dollar ab. Den Verkauf hat Magie nie bereut, war sie doch eine Anhängerin des Volkswirtschaftlers Henry George, der Einzelsteuer für Grundbesitz und eine große Bodenreform propagierte: „Hauptsache, die Single-Tax-Theorie bleibt durch das Spiel im Gespräch.“ Im Laufe der Jahre entwickelten sich die Regeln weiter, variierten die Straßennamen von Stadt zu Stadt. Gab das Darrow den Anstoß für sein Spiel?”
(Geschichte des Spiels Monopoly, www.monopoly.de)

Wer nun Monopoly wirklich erfunden hat, eines hat Derjenige oder Diejenige tatsächlich gut erkannt: Das Wuchersystem mit Miete und Kaufpreis von Wohnungen und Häusern (Strassen in dem Fall). Denn wie Eingangs beschrieben gibt es nur den einen Sieger: Den mit dem meisten Geld und dem meisten Eigentum.

Vincere scis, Hannibal, victoria uti nescis. – Zu siegen verstehst du, Hannibal, den Sieg zu nutzen, verstehst du nicht. 

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