Gib mir Dein Blut… *lechz*

Doch wer Mist mit Spendern baut, baut diesen immer. Tja, und nun die große Frage, welcher Mist. Und wer. Der 14.06. ist weltweit der Aktionstag der Blutspende – ein Tag, an dem sich alle Vampire und Möchtegern-Vampire freuen über die zahllosen freiwilligen Spenden. Scherz beiseite. Was ist passiert?

Ganz einfach. Die jugendlichen Jahre waren auch die mitmenschlichen Jahre. Also geht der Lausbub zum Blutspendedienst, der eh grad in der Firma verweilte und fragte nach, wo wie wann und und und. Und erfuhr, dass er als homosexueller zur Risikogruppe gehörte und damit ausgeschlossen ist. Bitte? Wird das Blut eh nicht getestet. Egal, sprachen die Leute. Und somit war der gute Vorsatz für die Katz, nur wegen der blöden sexuellen Orientierung. Mittlerweile gibt es diese Vorschrift nicht mehr – aber auch nicht mehr den Willen, “Gutes” zu tun.

Denn seid man weiß, das Blut zu völlig überteuerten Preisen verschachert wird, ist es eh vorbei mit der Freundlichkeit. Es ist sogar offiziell bekannt und wird auch in den Massenmedien – ohne Protest, blöde Menschheit – ansatzlos ausgekaut, siehe Frankfurter Allgemeine, auch FAZ genannt. Ebenso wie der bekannte Organhandel – und trotzdem latscht jeder Vollpfosten mit einem Spendeausweis rum.

Warum zum Henker soll ich für 5 Euro mein Blut verschachern, wenn de rSpendedienst dafür Tausende bekommt? Und damit Geschäfte, man beachte die Ironie des Wortes Geschäfte in Verbindung mit folgendem, machen kann zum Wohle des Menschen. Klar werden daraus Arzneimittel gemacht, Opfern von Unfällen z.b. gegeben als Ersatz für das verlorenen eigene Blut. ABER – zu welchem Preis? Wenn wir den Faden weiterdenken, wie viel ist dann mein ohnehin verseuchter kompletter Körper wert? Reicht es nicht schon, dem Kapitalismus die Lebenszeit zu spenden für die schnöde Arbeit – mit der ich eben auch den Körper kaputt mache?

Moment, ich brauch Geld, darf ich Ihnen einen Arm anbieten? Rühren kann man ja auch mit einem… Klar, Blut bildet der Körper ständig nach und ein kleiner Verlust schadet nicht, wenn man den Berichten der Mediziner glauben darf. Dennoch ist es mir das nicht wert, meinen Körper zumindest teilweise zu verkaufen. Wenn mir garantiert werden würde, dass meine Ersatzteile unentgeltlich Bedürftigen zukommen, könnte man darüber verhandeln. Aber nicht für schnöden Mammon. Und schon gar nicht, wenn ich davon nur einen Bruchteil bekomme und andere daran verdienen. Es reicht schon, wenn sie an meiner Lebenszeit verdienen.

Faszinierend ist, dass diese Diskussion häufiger im Netz zu finden ist als erwartet. Nicht nur aus religiösen Gründen, sondern eben auch ethischen – auch wegen dem Geld. Vielleicht sollten sich die Dienste mal etwas überlegen, wie so etwas auch ohne Geld zu händeln ist. Aber die Wahrscheinlichkeit dessen tendiert gegen 0 – zero, null. Also auch meine Bereitschaft, mich zu verkaufen.

Bevor noch deswegen Diskussion aufkommen – es geht nicht nur um den Profit, den DRK oder Krankenhaus erzielen, wenn sie was erzielen. Es geht um den Profit, den andere Unternehmen daraus erzielen mit dem scheinheiligen Zweck der Menschlichkeit, der menschlichen Gier, neue Medikamente oder Präparate für die Menschen zu basteln.

http://www.sueddeutsche.de/leben/blutspenden-vom-gefuehl-zum-kalkuel-1.927709
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/rohstoff-blut-1000-euro-fuer-fuenf-liter-blut-1800486.html
http://assistenzarzt.wordpress.com/2013/06/13/leute-geht-blut-spenden-ein-aktionsstockchen/

 

 

 

 

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