Tod! Leben? – Finis coronat opus

Der Tod ist der Anfang vom Ende. Nein! Der Tod ist ein Neubeginn. Ein neuer Anfang nach dem Ende. Der Anfang nach dem physischen Ende. Gläubige der großen Religionen sprechen von der Seele, der Wiedergeburt oder von Himmel und Hölle. Doch ist es auch das psychische Ende? Das Ende des Geistes, der uns zu dem macht, was wir sind? Der Körper ist nur die Hülle, doch wofür.

“Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.”
Bertolt Brecht

“Für sich selbst ist jeder unsterblich; er mag wissen, dass er sterben muss, aber er kann nie wissen, dass er tot ist.”
Samuel Butler

Doch um den Tod zu kennen, muss man erst einmal wissen, was das Leben ist. Was das Leben bedeutet. Und da begeben wir uns schon in die Sphäre, in der die Antwort nach Douglas Adams lautet: 42. Denn wenn wir nach dem Sinn des Lebens trachten, so warten wir doch nur auf den Tod und vergessen dabei, dass der Tod zum Leben gehört wie das Lenkrad zum Auto. Wann haben wir sinnvoll gelebt? Wenn wir die drei Eckpfeiler der Konsumgesellschaft errungen haben? > Kind gepflanzt, Baum gebaut und Haus gezeugt?

Oder reicht schon der Sinn des eigenes Lebens dahin, etwas bewegt zu haben im Weltengefüge? Jeder nach dem was er kann. Und wenn es nur ein Kieselchen war statt dem erhofften versetzten Berg. Muss der eigene Name wirklich unsterblich sein? Wer weiß denn heute schon, wer ein Samuel Butler war? Es ist doch so, dass schon ein einziges gesprochenes Wort – oder ein geschriebenes Wort – ein Sinn ergibt in dem großen Chaos des Lebens.

Oder ist der Tod einfach nur die Erlösung der irdischen Qualen oder das Ende des Schaffens – wenn wir denn etwas geschafft haben. Biologisch gesehen ist der Tod nichts anderes als ein Neuanfang. Der Körper, der biologische Leib wird der Mutter Erde zurückgegeben, die daraus etwas neues formt. Ein neues Leben, eher viele neue Leben. Aus dem Nichts, aus dem wir entstanden, werden wir auch dahin wieder zurückkehren.

Lassen wir doch einmal eine fiktive Figur sprechen, Meister Yoda in Star Wars III “Die Rache der Sith”: „Der Tod ein natürlicher Bestandteil des Lebens ist. Frohlocke und jauchze für diejenigen in deiner Nähe, welche zur Macht übergehen. Sie betrauern, tue nicht. Sie vermissen, tue nicht. Enge Bindung führt zu Eifersucht. Der Schatten der Raffgier das ist.“ Ein Spruch, dessen tieferer Sinn mich schon seid dem Ausspruch (in dem Falle der Filmstart) fasziniert hat. Vor allem der letzte Teil.

Nein, der Tod ist nicht das Ende. Er ist der Anfang für die, die folgen. Die danach kommen. Denen, den wir Platz gemacht haben, um zu beweisen, dass sie es besser können. Und unsere Hinterlassenschaft ist unser Wissen, dass wir ihnen geben, um es zu erweitern. Und zu nutzen, sinnvoll zu nutzen. Der Tod ist nur ein Teil des Weges, den wir begehen. Nicht unbedingt der letzte, aber der Wichtigste.

 

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One Response to Tod! Leben? – Finis coronat opus

  1. Angela sagt:

    Ja, ich glaube daran, dass der Leib der Erde zurückgegeben wird und somit vergeht, und ich glaube auch daran, dass wir alle Energie und Aura besitzen, die dann in den Kreislauf zurückgeführt werden, aber ich glaube nicht an die Wiedergeburt, wie viele sie interpretieren. Also NICHT, dass die eine Seele schon mal in einem anderen Körper unterwegs war zum Beispiel. Und wenn schon, was nützt es, wenn die Seele sich nicht erinnert und so scheinbar keinen Nutzen aus den Erfahrungen aus den vorherigen Leben zieht??? Ich glaube schon, dass die verschiedenen Lebensenergien wieder zusammenfließen und etwas Neues erschaffen wird, aber eben nicht an die immer gleiche Seele, die verschiedene Körper bewohnt. Und genau da schließt sich der Kreis zu deinem letzten Absatz: Wir machen Platz für die Nächsten, damit diese das Wissen der Gemeinschaft erweitern und vielleicht besser zu nutzen wissen, aber auch nur vielleicht :-D .
    Ich glaube daran, dass wir mit der DNS nicht nur körperliche Eigenschaften, Aussehen, Talente und Schwächen vererbt werden, sondern auch ein Urwissen und Gedächtnis aus all diesen Energien. Wobei diese Erklärung so grob ist, wie mein menschliches Gehirn es halt zu verstehen vermag. Ich denke, es ist größer als ich es beschreiben kann. Wenn sich also Menschen unter Hypnose an ein anderes, früheres Leben erinnern, das angeblich die gleiche Seele zu anderer Zeit geführt hat, so glaube ich eher, dass derjenige eben nur Zugang zu bestimmten vererbten Erinnerungen findet bzw. sucht, die für seine Entwicklung wichtig sind, und mehr eben auch nicht.
    Der Gedanke an den Sinn des Lebens allerdings macht mich doch manchmal zunehmend wahnsinnig, weil ich es schade finde, dass ich im Großen und Ganzen des Universums im Grunde doch so unbedeutend bin wie ein kleiner Windhauch. Schwer zu verdauen das ist ;-) .