Wir verwalten des Essen zu Tode

Wir verwalten dass Essen für unsere Gäste so lange, bis sie satt sind. Scheint zumindest das Motto der heutigen Gastronomie zu sein, besonders im Bereich Systemgastronomie, wie auch in der betrieblichen Verpflegung oder auch in Krankenhäusern.

Was heutzutage für administrativer Aufwand nötig ist, um nur ein paar Menschen satt zu bekommen spottet jedweder Beschreibung. Das geht schon weit, weit vor dem Einkauf der Lebensmittel los und hört noch nicht einmal auf, wenn der Tischgast schon seit langem das Essen vergessen, verdaut und ausgeschieden hat. Selbst Monate später wird noch darüber debattiert, protokolliert und kalkuliert.

Wir brauchen mehr Sekretärinnen, mindestens eine pro Koch. Und mehr Lagerräume… Für die Akten versteht sich selbstredend. Papier ist geduldig sagt man. Ist ja auch richtig. Aber was nutzt es dem Papier, wenn es nach einmaliger Anwendung in die Tonne wandert? Nur weil einmal eine Produktionsanweisung in bestimmter Menge darauf stand? An die die Menge jedes Mal variiert, wird jedes Mal neu ausgedruckt. Die chemische Industrie braucht schließlich genauso ihre Daseinsberechtigung wie die Nahrungsmittelindustrie.

Nein, es macht so einfach keinen Spaß, eine Küche zu leiten. Gefühlte Millionen Formulare, gefühlte Millionen Anweisungen und Vorschriften. Millionen Kalkulationen, Auswertungen, Pläne.
So lässt sich anschließend sagen: wenn wir irgendwann keinen Platz mehr haben für die  Akten, Köche ausgestorben sind zugunsten der Betriebswirtschaftler und sämtliche Pflanzen der Papierherstellung dienen… Dann werdet ihr erkennen,  dass Papier zwar geduldig, aber nicht essbar ist.
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